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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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Die Erfindungen der Feldbauern und die Welt der BauernEine Geschichtsinterpretation zweier Wissenschaften( Völkerkunde und Volkskunde)

Tamás Hoffmann

Die Geburt der Ethnographie ist einerseits durch die beschleunigten und immerintensiver werdenden Kontakte der Völker der Welt und andererseits durch die schnelleExpansion der infolge der industriellen Revolution entstandenen Industriezivilisatio-nen möglich geworden. Man machte nämlich die Erfahrung, daß es in den europäischenGesellschaften Klassen und Gruppen gibt, die vom Boden leben( die Bauern mit ihremFamilienbetrieb), und daß die Mehrheit der Gesellschaften außerhalb unseres Konti-nents das gleiche tun, sich also konträr von der für die modernen Industriezivilisationencharakteristischen Einrichtung unterscheiden.

Die Vertreter der Ethnographie betrachten- von der Geburtsstunde ihrer Wissen-schaft an die Lösung zweier Probleme als ihre Aufgabe. Einerseits sehen sie dieseAufgabe indem sie ihr wissenschaftliches Interesse den der Schriftlichkeit nochentbehrenden Gesellschaften oder zumindest Gesellschaftsgruppen zuwenden- in derPflege der Völkerkunde, andererseits untersuchen sie die schriftlose Kultur der in deneuropäischen Gesellschaften in einer Sprache sprechenden Menschen und interpretie-ren den Ursprung dieser Kultur( als Herkunftsbeweis eines Volkes), sie betreibenVolkskunde. Wen die Entstehung und die Regeln der Existenz der Urgesellschaftinteressierte, den beschäftigten der Ursprung unserer Rasse und die Fragen der außereu-ropäischen Klangesellschaften( Völkerkunde). Diese Wissenschaftler betrachteten dieMenschheit als ein einheitliches Gebilde und wollten die Gesetzmäßigkeiten sichtbarmachen, welche die einzelnen Gesellschaften zusammenhalten und ihre Funktionermöglichen. Sie dachten im System( oder in Systemen). Wer den Ursprung dereinzelnen europäischen Völker, ihren als Sprachfamilie beweisbaren Zusammenhalt-mit den Fakten der Kulturgeschichte- belegen wollte, glaubte daran, daß die Bauerndie Beweise der ethnischen Verwandtschaft bewahrt haben und daß man im Gegensatzzur kulturellen Uniformisierung und Farbloswerdung der Welt die uralten Wertenachweisen und als Pfand der Zukunft betrachten müsse. Die Untersuchung derbäuerlichen Lebensweise und ihrer geistigen Werte regten in erster Linie die romanti-

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