Karl Freiherr von Czoernig( 1804-1889)
Ein Wegbereiter der Ethnographie in Österreich
Franz Grieshofer
Die Veranschaulichung kultureller Phänomene in ihrer regionalen Verbreitungzählt für Klaus Beitl zum bevorzugten Rüstzeug volkskundlicher Methodik. Hier zeigtsich zweifelsohne das Erbe seines Vaters Richard Beitl, der zu den prominentenMitarbeitern des Atlas der deutschen Volkskunde( ADV) gehörte. Mit der Veröffentli-chung der ,, Erinnerungen an den Atlas der deutschen Volkskunde aus dem Nachlaẞ-archiv von Richard Beitl( 1900-1982)" zusammen mit jenen von Reinhold Knopf setzteKlaus Beitl nicht nur seinem Vater ein bleibendes Denkmal, sondern er leistete damitauch einen wichtigen Beitrag zur Forschungsgeschichte der europäischen Altasunter-nehmungen'.
Kartographie im Dienste der Statistik
Eingedenk dieser Vorliebe des Jubilars mag es daher angebracht sein, an einen derBegründer der ethnographischen Kartographie, an Karl Freiherrn von Czoernig zuerinnern, der nach einer vierzehnjährigen Vorbereitungs- und Ausarbeitungszeit 1855seine ,, Ethnographische Karte der oesterreichischen Monarchie“ in vier Blättern( 1 864.000) und im Jahr darauf in einer handlichen Einblattkarte( 1: 1,584 Mio.)herausbrachte. Dazu veröffentlichte er ein dreibändiges Kommentarwerk mit dem Titeldie ,, Ethnographie der oesterreichischen Monarchie" 2. Er setzt damit nicht nur einen
1 Beitl, Klaus( Hg.): Atlas der deutschen Volkskunde. Kleine Geschichte eines großen Forschungsunternehmens.Aus den ,, Erinnerungen eines Westpreußen"( 1968) von Reinhold Knopf und aus dem Nachlaẞarchiv vonRichard Beitl. Würzburg 1990(= Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte, 41).
2 Czoernig, Karl Freiher von: Ethnographie der oesterreichischen Monarchie mit einer ethnographischen Kartein vier Blaettern. Hg. durch die kaiserlich- koenigliche Direction der Administrativen Statistik. Wien 1857, 3Bände.
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