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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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MARGOT SCHINDLER

Sowohl in Paris als auch in Wien gab es damals ein besonderes Interesse fürMasken. Leopold Schmidt las über das europäische Maskenwesen und hielt Übungenan Museumsobjekten ab. Der mit Vater Beitl befreundete Richard Weiss bestärkte denjungen Studiosus in dem von ihm gewählten Dissertationsthema über die Umgangsrie-sen und regte an, die Arbeit über Frankreich hinausgehend als europäische Vergleichs-studie anzulegen. Auf der Suche nach einem zweiten Prüfer kam Klaus Beitl an dasInstitut für Theaterwissenschaft, belegte das Dissertantenseminar bei Professor HeinzKindermann und schloß sein Studium nach Hauptrigorosen in den Fächern Volkskunde,Theaterwissenschaft und Romanistik mit dem Prädikat Auszeichnung mit der Promo-tion zum Dr. phil. am 7. Februar 1957 ab. In diese Zeit, Dezember 1956 und Februar1957 fiel auch der zweite Auftrag des Wiener Volkskundemuseums, die Betreuung, derAuf- und Abbau einer Krippenausstellung des österreichischen Kulturinstituts in derKirche Saint- Séverin in Paris. Klaus Beitl war bereits damals zum Agenten LeopoldSchmidts für auswärtige Angelegenheiten besonders im frankophonen Sprachraumgeworden. Schmidt hatte dabei wohl unter anderem seine westeuropäischen Sammlun-gen im Auge, für die er sich, als Konterpart zu Adolf Mais, der die osteuropäischenKollektionen des Museums betreute, einen gut ausgebildeten, fähigen Kurator wünschte.

An das Studium schlossen sich nochmals zweieinhalb Auslandsjahre an, das erstedavon wieder am Atp in Paris. Hier durchlief Klaus Beitl nun sämtliche Abteilungendes Museums und des angeschlossenen Forschungsinstituts, und erwarb sich eingründliches theoretisches und praktisches Rüstzeug. Er beteiligte sich an Feldforschun-gen in Elsaß und Lothringen zum Weihnachts- und Dreikönigsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Dreikönigsbrauchtum und recher-chierte auch in den Museen und Bibliotheken Straßburgs( Institut des Hautes EtudesAlsaciennes, Studien der Archivmaterialien des Elsässischen Sprachatlas). Daranschloß sich ein einjähriges Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt- Stif-tung, das er an der Badischen Landesstelle für Volkskunde in Freiburg im Breisgauabsolvierte und das ihm die Fortsetzung der Brauch- und Maskenstudien, die er vorhervon französischer Seite aus getätigt hatte, nun vom badischen, schweizerischen undelsässischen Territorium her ermöglichte. Vom Sommer bis zum Jahresende 1959arbeitete er im Rahmen eines Werkvertrages an der Volkskundlichen Arbeitsstelle desLandschaftsverbandes Rheinland in Bonn. Dort wirkte Matthias Zender, der das vordem Krieg in Berlin wie oben bereits angedeutet- unter Mitwirkung von RichardBeitl begonnene umfangreiche Werk des Atlas der deutschen Volkskunde betrieb. Indieser Zeit wurde wohl das Verständnis und Interesse Klaus Beitls für die Ethnokartho-graphie begründet, die er zwar nicht in eigener Atlasarbeit, aber in späteren Tagungs-beteiligungen bekundete und die ihn diese Methode auch späterhin im Rahmen ihreszeitgenössischen Kontextes verteidigen ließ, als sie in der jüngeren Generation aus derMode gekommen war.

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