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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
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Bergbaumotive im Prager Veitsdom

Von Jan Urban, Kuttenberg

Die Geschichte des Mittelalters, in dem wesentliche Grundlagen unserer heutigen Kul-tur geschaffen wurden, ist ausgezeichnet durch eine ganze Reihe von Belegen über die Ge-winnung sowohl von Erzen als auch nichtmetallischer Minerale, wie sie durch wirtschaft-liche aber auch künstlerische Ansprüche gefordert und womit diese auch erfüllt wurden.Die Ausnützung der Mineralschätze eines Landes, die zu einer Grundvoraussetzung für dieungeahnte und nach oben drängende Entwicklung der gesamten Menschheit gewordenist, hing in allen Zeitabschnitten eben von der Bergbautätigkeit und ihrer stets fortschrei-tenden technischen Verbesserung ab.

Das Bewußtsein von der Wichtigkeit des Bergmannsberufes war nämlich in dermenschlichen Gesellschaft immer vorhanden, wenn auch nicht stets deutlich ausgeprägt.Aber eine praktische Auswirkung zeigte sich allerdings in den weitaus meisten Fällen nurspärlich. Auf wirtschaftlichem Gebiete äußerten sich die erfolgreichen Ergebnisse jederBergbautätigkeit zunächst nur meist in der wirtschaftlichen Macht des Staates, ja oft nureinzelner Herrscher, daneben aber auch in der finanziellen Machtstellung eines einzigenUnternehmers oder auch von Gewerken, die entweder die Förderung in die Wege geleitetund auch betrieben haben, oder die das Geschäft mit den von Bergbau gewonnenenmateriellen Werten in den Händen hatten. Jedoch die Häuer, die zwar den weitausgrößten Teil der im Bergbau wirklich arbeitenden Menschen darstellten, gewannenhäufig durch ihren schweren oft sogar lebensgefährlichen Arbeitseinsatz und doch soüberaus bedeutungsvolles Schaffen nur die notwendigsten und deshalb kärglichen Mittelfür das eigene Leben und das ihrer Familien.

Dagegen bot sich auf künstlerischem Gebiete die Arbeit des Bergmanns, ob nunHäuer, Huntestösser, Haspler, Ausläufer oder Steiger, schon seit den ältesten Zeitenals ein sehr dankbares Motiv an. Häuerstandbilder, Wappen, Embleme und Gemälde mitDarstellungen aus dem Bergbau und sonstige Kunstwerke geben immer wieder einzelneAbschnitte aus dem Leben des Häuers und des Bergmannes wieder. Eine ganze langeReihe von Bergmannsliedern, besonders Bergreyhen, Bergmannssprüchen, aber auchliterarische Schöpfungen und sogar Predigten wie etwa die Sarepta haben sich eingehendmit dem Bergmann, dem Bergbau und seiner Technik beschäftigt.

Neben diesen unmittelbaren Zeugnissen aus der Bergbautradition ist aber auch eineunübersehbare Menge von mehr mittelbarem Beweismaterial entstanden, wie sie sich vorallen in der Form von dinglichen Denkmalen bis in unsere Zeit herein erhalten hat. Diemittelalterlichen Bergstädte haben zum Zeichen ihrer Wertschätzung und Dankbarkeitgegenüber dem Bergbau dies sowohl auf weltlichem als auch auf religiösem Gebiet be-kundet. Das zeigen auf dem Bereiche der Profangebäude die prachtvollen Rathäuserund eben solche Bürgerhäuser und ähnliche Baudenkmale, auf dem Kultbereiche aber dieErrichtung künstlerisch hochwertiger und prunkvoller Kirchen, die sowohl durch ihrGanzes als auch durch ihre Kleinstdarstellung von der Bedeutung der Bergarbeit für diegesamte Geschichte einer Stadt Zeugnis geben, darüber hinaus aber auch für die desLandes.

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