Festliche silberne Bergzeichen der Knappschaft der staatlichenk. k. Berg- und Hüttenwerke in Příbram( Böhmen) aus demJahre 1853
Zeugen des großen Reichtums des Příbramer Silber- und Bleierzbergbauesim 19. Jahrhundert
Von Georg W. Schenk, Prag
Das Příbramer Erzbergbaurevier in Böhmen mit seinen zahlreichen Silber- undBleigruben befindet sich in waldreicher Gegend des mittelböhmischen Brdy- Gebirgesetwa 50 km südöstlich der Landeshauptstadt Prag. Der Bergbau auf Silber- und Bleierzesoll zwar seit uralten Zeiten dort betrieben sein, jedoch scheint es, daß nach Angabender erhaltengebliebenen Urkunden seine größere Entfaltung erst im 14. Jahrhunderteingetreten ist. Erste verläßliche Angaben über den Příbramer Erzbergbau befinden sichin dem alten Bergbuch aus dem Jahre 1527,1 aus dem zu ersehen ist, daß Anfang des16. Jahrhunderts 33 Silber- und Bleierzgruben in der Umgebung der Stadt Příbram imBetrieb gewesen sind. In Anerkennung der damaligen erfolgreichen Bergbautätigkeitschenkte 1530 Kaiser Ferdinand I.( 1527-1564) der Příbramer Knappschaft einensilbernen Siegelstock, und im Jahre 1534 wurde die Stadt Příbram zu einer Bergstadtmit allen dazugehörenden Freiheiten und Rechten erhoben. In der zweiten Hälfte des16. Jahrhunderts sanken jedoch die Ausbeuten der Příbramer Gruben dermaßen, daßviele von ihnen von den Gewerken aufgelassen werden mußten. Um den PříbramerBergbau von neuem zu beleben, erhob Kaiser Rudolf II.( 1576-1612) im Jahre 1579Příbram zu einer königlichen Bergstadt und erteilte ihr weitere Freiheiten und Privi-legien. Es gelang zwar dadurch, den in der Umgebung von Příbram betriebenen Erz-bergbau auf einige Jahrzehnte im gewissen Ausmaße zu steigern, leider kam er danndurch den Dreißigjährigen Krieg( 1618-1648) fast völlig zum Erliegen. Die unheil-vollen Folgen dieses Krieges im ganzen Wirtschaftsleben des Landes übten einen sehrungünstigen Einfluß auf die weitere Entwicklung des Příbramer Silber- und Bleiberg-baues bis in die achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts, so daß die erzielten Ausbeuten anSilber und Blei in diesem Zeitabschnitt ganz unbedeutend ausfielen.
Zu dieser Zeit war die Mehrzahl der Kuxanteile der Příbramer Gruben im Besitzdes Staates( k. k. Bergbau- oder Montanärar), bis auf die, welche des Stadtgemeinden derStädte Příbram und Birkenberg und einigen selbständigen Gewerken gehörten. 2 Da der
1 Bergbuch über das Bergwerk Příbram angefangen Trinitatis nach der Geburt ChristiTausend fünf Hundert und im sieben und zwanzigsten Jahr. Die Zeit Hanns Sudtner Bergmeisterund Mathias Behm Bergschreiber, Anno 1527. Original im Staatlichen Zentralarchiv( Státníústřední archiv) in Prag, Abschrift im Bergbauinstitut der Tschechoslowakischen Akademie derWissenschaften in Prag-HOU Inv. Nr. 23067. Das eigentliche Bergbuch ist geführt bis zumJahr 1553.
2 Kuxanteil oder Grubenanteil ist ein ideeller Anteil an einem Bergwerkseigentum( Berg-werk oder Erbstollen). Die Gesamtanzahl der Kuxe eines Bergwerkes betrug 128, wobei eineweitere Aufteilung jedes einzelnen Kuxes in Bruchteile zugelassen war. Das Wort Kux isttschechischen Ursprunges und dem tschechischen„ kus", d. h. Teil, nachgebildet; das latinisierte
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