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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
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Über den ehemaligen Kupferbergbau in der Radmer

Von Hans Pienn, Leoben

,, Daß während meiner Zeit keine Erze mehr abgebaut wurden, war traurig genugfür mich, obwohl ich nichts dafür kann. Radmer 22. Feber 1845".

Mit diesem Eintrag schließt Bergverweser Franz Adler das für die Jahre 1788-1845 aufliegende Rapport- und Kopialbuch des Kupferbergbaues Radmer a. d. Hasel. 1Franz Adler war der letzte Bergverweser des von 1743-1845 im Besitz des StiftesSeitenstetten, dann von der Vordernberger Radmeisterkommunität käuflich übernom-menen, schon seit einer Reihe Jahre ohne Ertrag gebliebenen Kupferbergbaues. Er wurdein seiner Funktion auch von den neuen Besitzern bis zur 1855 erfolgten Heimsagung undLöschung des Bergwerkes belassen, obwohl die Radmeisterkommunität die Baue nur nochpro forma einige Zeit belegte und schließlich den Kupferbergbau 1855 gänzlich heim-

sagte.

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Mit dem Erlöschen dieses Bergbaues, dem zumindest vom Ende des 16. bis in diesiebziger Jahre des 18. Jhs. einige Bedeutung als Produktionsstätte zukam und der bisdahin auch Ertrag brachte die Jahre 1820-1827 ergaben nochmals Ausbeute,während sonst in der langen Reihe Jahre zwischen 1775 bis zur Heimsagung die Berg-werkseigner mehr oder weniger beträchtliche Zubußen leisten mußten wurde dieHinterradmer wieder land- und forstwirtschaftliches Nutzungsgebiet. 2

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Abgesehen vom Schloß Greifenberg sind bauliche Zeugen des einstigen Kupferberg-baues nur noch wenige anzutreffen, doch erschließen sich dem kundigen WandererStellen ehemaliger Gruben, Erzhalden und Schmelzplätze durch die Geländeform, teilsauch durch ,, Zeigerpflanzen" oder durch Stellen schwachen Bewuchses und in einigenFällen durch Pingen in jenem Bereich der Hinterradmer, in dem seinerzeit der Kupfer-bergbau umging. ³

Wann in der Radmer, und zwar in der Katastralgemeinde Radmer a. d. Stube, derKupferbergbau begonnen hat, ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Auf jeden Fall ist einhohes Alter anzunehmen. Nach einer Angabe in einem Produktionsnachweis des Berg-richters Lindegger vom Jahre 1755 soll im Jahre 1547 ein Zufallsfund den Beginn desSchürfens nach Kupfer ausgelöst haben. 4

Dem steht jedoch entgegen, daß in einer Bittschrift des Marktes Eisenerz aus demJahre 1562 ersucht wird, es möge die Frone des newlich erhebten Kupferperkhwerchs"dem Spital in Eisenerz zugewendet werden. Die Reste von Kupferschmelzstellen auf demNeuburgsattel und im Johnsbachtal lassen ebenfalls einen früheren Beginn der Kupfer-

1 Stadtarchiv Leoben/ Alter Bestand Museumsarchiv/ Gruppe Fremde Archive: Radmer/Kupferbergbau und Informationen des Museumsdirektors Dr. Günter Jontes, dem ich dafüraufrichtig danke.

2 Redlich, K. A.: Der Kupferbergbau in der Radmer- Separatdruck aus dem Berg-u. Hüttenmännischen Jb. der K. u. K. Montanlehranstalten zu Leoben und Příbram. Leoben

1905.

3 Modrijan, Walter: Die Erforschung des vor- und frühgeschichtlichen Berg- undHüttenwesens und die Steiermark. In: Der Bergmann- Der Hüttenmann- Gestalter derSteiermark, Ausstellungskatalog Graz 1968, S. 41-87, insbes. die dazu vermerkte Literatur.4 Wie Anm. 2.

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