Studium Salzburger Bergoffiziere an der BergakademieFreiberg/ Sachsen( 1780-1805)
Von Heinrich Kunnert, Leoben
Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo, der letzte regierende geistliche Landes-herr von Salzburg vor der Säkularisierung( 1803), hatte es nicht nur verstanden, durchkluge, ökonomische Maßnahmen, auch auf dem Gebiete des Bergbaues, seit 1775 denStaatshaushalt in Ordnung zu bringen, sein Weitblick erkannte auch, daß die Fort- undWeiterbildung der landesfürstlichen Bergwerksbeamten eine entscheidene Voraussetzungfür die Hebung des Berg- und Hüttenwesens bildete. Dazu gehörte die Entsendung vonBergwerksbeamten„, in fremde Lande zu ihrer größeren Ausbildung in den dahin ein-schlagenden Wissenschaften", wie es in der vom Erzbischof am 14. März 1800 unter-zeichneten Stiftungsurkunde zur Errichtung einer„, Salzburgischen Bergakademie für desErzstifts Berg- und Hüttenwesen" heißt. Allerdings ist es zur Verwirklichung diesesVorhabens infolge der Säkularisierung des Erzbistums nicht mehr gekommen. 1
So hatte Erzbischof Hieronymus im Dezember 1781 nicht nur den beim Berg- undHüttenamt Lend als Bergwerkspraktikanten eingeteilten Joseph Bernhard Haim ausLauffen an der Salzach zum Studium an die Bergakademie Schemnitz entsandt, sondernbereits ein Jahr vorher den als Gegenschreiber in Leogang tätigen Kaspar MelchiorBalthasar Schroll aus Kirchberg im Brixental und den aus Gastein gebürtigen und eben-falls im erzbischöflichen Bergbau beschäftigten Anton Moser, der vorher an der Univer-sität Salzburg mathematische Kollegien belegt hatte, auf Kosten des Landesfürsten zurAusbildung an die im Jahre 1765 errichtete Bergakademie Freiberg in Sachsen reisenlassen, wie auch aus den Akademie- Matriken hervorgeht. Die Kosten dieses Studiumsbeliefen sich„ pro Individium" auf 7000-8000 fl im Jahr. Die beiden, denen dasStudium in Freiberg und die Befahrung der dortigen Gruben auf Empfehlung despreußischen Staatsministers von Heynitz von Kurfürst Friedrich August III. bewilligtwurde, waren als Ausländer zur Ablegung von Prüfungen nicht verpflichtet. Sie führtenihr Studium völlig frei im engsten Kontakt mit ihren Professoren. 3 Von Schroll wissenwir, daß er vornehmlich bei Gottlob Abraham Werner, der Bergbaukunde und Mineralo-gie lehrte, und beim Geologen Johann Friedrich Wilhelm Toussaint von Charpentierstudierte. Den gleichen Studiengang dürfte auch Moser absolviert haben. 4
Schroll unternahm gemeinsam mit Moser auf Anordnung seines Landesherrn vom1. bis 9. Oktober 1781 eine Studienreise zu den Bergbauen in Johanngeorgenstadt,
1 Vgl. Kunnert, H: Die montanistische Ausbildung in Salzburg nach Schemnitzer undFreiberger Vorbild unter Fürsterzbischof Hieronymus. In: Volkstum zwischen Moldau, Etschund Donau( Festschrift für F. H. Riedl). Wien- Stuttgart( 1971), S. 159–164.
2 Salzburger Landesarchiv( SLA), Frank- Beamtenkartei.
3 Die Angaben aus den Matriken der Bergakademie Freiberg und dem dortigen Hochschul-archiv verdanke ich Herrn Bibliotheksdirektor em. Dipl.- Bibl. Walter Schellhas, BergakademieFreiberg, Wiss. Informationszentrum, Bibliothek.
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4 Vgl. Bergakademie Freiberg, I, Leipzig 1965, S. 108 ff.