Fremden, der aus der Ferne seinen Haushund erschießt. 23 Zum Leitner in Trautenfelskam durch neun Jahre ein Bergmann aus Italien. Der Bauer folgt dessen Einladung underfährt, daß der Schatzsucher das Eingangstor des Grimmings weiß. Wenn dieses auf-geht, hängen im Felsen goldene Zapfen. Der Fremde läßt ihn aus der Ferne den Hofsehen und erschießt den Hund. 24
Auch die Sage vom heimtückischen Anschlag auf die Mitwisser lebthie und da noch bis heute im Volksmunde. Vor sechs Jahrzehnten hatte sie schon K.Reiterer vermerkt. 25 Drei Handwerksburschen ließen einen Schäferbuben in das Gold-loch des Grimmings hinab, wo er jedem von ihnen einen Ranzen mit Gold anfüllenmußte, dann machten sie sich aus dem Staube. Ein Bergmännlein rettete den Verlassenenund schickte ihn zum Wirt in der Ortschaft Espang( Gemd. St. Martin), wo die dreiÜbeltäter saßen. Als er zu ihnen sagte: ,, So, jetzt bin ich hier!" ergriffen sie die Fluchtund ließen ihre Ranzen zurück. Der Schäfer bekam den Schatz und erhielt noch vielGeld für den Goldstaub, der an seinen Kleidern haftete. Welsche Schatzsucher lasseneinen Hütbuben mit dem Rucksacke hinab und eilen nach Empfang der Schätze fort.Ein kleines Männlein führt den Knaben hinaus, der sich nicht umsehen darf. 26 Aus-nahmsweise sind es zwei Einheimische, Kameraden des Duckbauern- Sohnes in Mittern-dorf, die ihren Gefährten nicht wieder emporziehen. Ein Bergmännlein führt ihn durcheinen langen Gang, er kommt beim Hinterberger Grimmingtore heraus, die Übeltäterkehren nicht mehr heim. 27
Im Kulm, einem Hügel zwischen Grimming und Klachau soll es ein Kohlenberg-werk gegeben haben, dessen Bauten allmählich einstürzten, nachdem ein Lindwurm denSee zerstört hatte. 28
Auch das Motiv der Entrückung wird mit dem Grimming verbunden. Vorlangen Zeiten ging ein Mädchen von Mitterndorf durch den Paẞ Stein auf dem eingangserwähnten Fußsteige nach St. Martin, wo seine Hochzeit gefeiert werden sollte. DerBräutigam und die Hochzeitsgäste warteten jedoch vergeblich. Die Braut begegneteunterwegs einem alten Mann mit weißem Barte, der sie freundlich einlud, mit ihm zumGrimmingtor zu gehen. Er versprach, ihr dort einen Schatz zu zeigen. Nur zögerndfolgte sie ihm endlich. Als sie mit dem Ansehen der Schätze fertig war, ging sie weiternach St. Martin am Südfuße des Grimmings, doch die Hochzeitsgesellschaft war nichtanzutreffen, und niemand kannte sie. Schließlich schlug der Pfarrer in der Chronik nach,wo er eine hundert Jahre zurückliegende Eintragung fand. Danach hatte man eineHochzeit angesetzt, doch war die Braut verloren gegangen. 29 Auch vom Standpunkt derHochzeitsgäste aus kann man die Geschichte erzählt bekommen. 30 Am Peterstageverschwanden im Grimmingtor auch zwei leichtfertige Burschen. Sie hatten schondadurch gesündigt, daß nicht die Feiertagsmesse besuchten, ehe sie den Weg auf die Almzu schönen Mädchen antraten. Eine alte Frau sprach sie an und fragte, wohin sie gingen,sie antworteten frech und sagten, die Alte sei häßlich und dem Teufel zu schlecht. DieFrau klopfte an den Stein, worauf sich das Grimmingtor öffnete und forderte die Bur-schen auf, einzutreten, um zu sehen, was für schöne Mädchen im Berge seien. Als die23 Schmid, Kleiner Ennstaler Heimgarten. In: Steyr. Volkskalender Graz 1884, S. 95 f.Unger- Theiß- Archiv, Graz.
24 Hdg. 2689, Altirdning 1956. Vgl. Lobenstock, wie Anm. 13, S. 443 ff. u.S. 450.
25 Wie Anm. 10, S. 27.
26 Hdg. 2827, Liezen 1972.
27 Hdg. 2811, Mitterndorf 1969- Lobenstock, wie Anm. 13, S. 421 f. Vermutlichmit eigenen Zutaten.
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28 Lobenstock, wie Anm. 13, S. 421 f.
29 Hdg. 2813, durch Anton Stenitzer, Brenten 1963.
30 Hdg. 2825, Brenten 1974. Angeblich soll die Begebenheit auch Inhalt eines Liedes sein.