Schemnitz als eines der wichtigstenbergbauwissenschaftlichen Zentren Europas im 18. und19. Jahrhundert
Von Z. Gyulay und A. Tárczy- Hornoch, Sopron
Die wissenschaftliche Rolle, die Schemnitz( ungar. Selmecbánya, slowak. BanskáŠtiavnica) für das Montanwesen des seinerzeitigen Habsburger- Reiches und darüberhinaus für Europa gespielt hat, ist bedeutsam.
Die Bergstadt liegt in einem wichtigen Bergbaugebiet mit alter, traditionsreicherGeschichte. Das um 1250 entstandene Schemnitzer Bergrecht gehört zu den ältesten. 1Hier wurden auch mit aller Wahrscheinlichkeit schon vor 1565 maßstabrichtige Gruben-karten verwendet, da zur Herausgabe der Bestimmung zur Verfertigung von Gruben-karten der Maximilianschen Instruktion vom 16. März 1565 mit Sicherheit der Schem-nitzer Bergmeister Valentin Joskó beigetragen hat. 2 Die Bedeutung dieser Tatsache wirddann offenkundig, wenn wir bedenken, daß man zu jener Zeit die Grubenkarten wederin den weit verstreuten Kupfererzbergbauen der Fugger- Thurzós noch in den Erzberg-bauen Oberschlesiens kannte.
Der Schemnitzer Bergbau nahm auch weiterhin eine hervorgehobene Stellung unterden Bergbauen Europas ein. So können wir uns nicht wundern, daß bei Beginn dersystematischen Fachausbildung im Bergbau 1735 auch in Schemnitz eine Bergschuleerrichtet wurde. Diese Bergschulen dienten zur Heranbildung von leitenden Fachleutenfür den Bergbau und waren daher mehr als die jetzigen Bergschulen. Später wurden inUngarn in Schmölnitz und Oravica weitere Bergschulen errichtet. Doch gewann dieunter der Leitung von Samuel Mikoviny gestandene Schemnitzer Schule bald die Ober-hand über alle Bergschulen in den seinerzeitigen Habsburgischen Erblanden. Dies zeigtesich schon in der viel größeren Schülerzahl in Schemnitz und in der Tatsache, daß dieSchemnitzer Schule auch zur Weiterbildung diente. ³
Mikoviny war einer der bedeutenden Ingenieure des 18. Jahrhunderts. Seine Arbei-ten werden in einer großen Anzahl von Publikationen in deutscher, ungarischer undslovakischer Sprache gewürdigt. 4-7 Er hat vor fast 250 Jahren Triangulierungen, Basis-messungen, geographische Längen- und Breitenbestimmungen vorgenommen. Er ver-
1 Karsten, J. B.: Über den Ursprung des Bergregals. 1844, S. 12 hält es sogar für dasälteste.2 Tárczy- Hornoch, A.: Zur Geschichte des Grubenriẞwesens. In: Zs. f. d. Berg-,Hütten- u. Salinenwesen, 1941, S. 188-189.
3 Schmidt, Fr. A.: Chronologisch- systematische Sammlung der Berggesetze der Österr.Monarchie, Abt. II, Bd. 10, S. 276, Bd. 11, S. 110 u. 237.
4 Tárczy- Hornoch, A.: Samuel v. Mikoviny, der erste Professor der Lehranstaltfür technische Bergbeamte zu Schemnitz in Ungarn. Historia eruditionis superioris rerum metal-licarum et saltuarium in Hungaria. Fasc. 1, S. 37-56.
5 Tárczy- Hornoch, A.: További néhány adat Mikoviny Sámuel müködéséhez. In:Geodézia és Kartográfia 1960, S. 190–193.
Purgina, J.: Samuel Mikovini( 1700-1750) život a dielo. Bratislava 1958.
7 Purgina, J.: Tvorcovia kartografie slovenska. do pol. 18. storočia, S. 22-36:Samuel Mikovini( 1700-1750). Bratislava 1971.
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