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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
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Zum Systemaspekt in den Bergbauwissenschaften

Von Günter B. Fettweis, Leoben

In einer ,, Untersuchung neuer Aspekte für die Zukunft der amerikanischen Universi-tät, insbesondere des Massachusetts Institute of Technology" aus dem Jahre 1969 fordertder aus Österreich stammende amerikanische Planungsfachmann Erich Jantsch einesorgfältige Neustrukturierung des Bildungswesens an Hochschulen technischer Rich-tung. 1 Das Schwergewicht solle von fachlich- und methodenorientierten Hochschul-abteilungen und Studiengängen zu entsprechenden funktions- und systemorientiertenStrukturen wechseln. Als Beispiele für Funktionen werden unter anderem ,, Wohnbau",,, Energieerzeugung und Nahrungsmittelerzeugung" genannt. Wichtiger als das ge-wußt wie" sei das gewußt warum". Die Zukunft werde von der Fähigkeit der maẞ-gebenden Institutionen abhängen, sich wirksam mit, Systemen in einer integrativenForm zu beschäftigen im Rahmen von Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Technik,Psychologie, Anthropologie und anderen Bereichen". Dem müsse die ,, Neue Universität"Rechnung tragen, nicht zuletzt durch Bereicherung der technischen Berufe durchsoziale, wirtschaftliche und psychologische Dimensionen und die Betonung aufGeneralisierung statt Spezialisierung". 1

Die Vorstellungen von Jantsch sind mit Reformvorschlägen für das Studium derBetriebswirtschaftslehre vergleichbar, die der an der Wirtschaftshochschule St. Gallenlehrende Schweizer Professor Ulrich in seinem Buch Die Unternehmung als produktivessoziales System" vorgelegt hat. 2 Danach ist die herkömmlich vor allem auf dasRechnungswesen ausgerichtete Betriebswirtschaftslehre des deutschsprachigen Raumeszu einer Lehre von der Gesamtführung der Unternehmung auszubauen. Zu diesemZweck sind in das betriebswirtschaftliche Lehrprogramm, auch volkswirtschaftliche,rechtliche, soziologische, psychologische, technologische und Sprachfächer aufzunehmen".

Gleichzeitig ist es ein besonderes Anliegen Ulrichs, die Lehre der Betriebswirtschaftpraxisbezogen auszurichten: ,, Die Problemstellung einer Lehre muß sich also an bestimm-ten Problemen der handelnden Menschen, der, Praxis, orientieren', wobei es für denpraktisch handelnden Menschen letzten Endes gleichgültig ist, ob die von ihm ver-wendeten Erkenntnisse aus Soziologie, Psychologie, Nationalökonomie oder aus der, eigentlichen Betriebswirtschaftslehre stammen". 2 Zur theoretischen Begründungseiner Vorschläge zieht Ulrich die von dem bedeutenden österreichischen BiologenLudwig von Bertalanffy geschaffene Allgemeine Systemtheorie und den daraus abge-leiteten Systemansatz heran. 3 Die allgemeine Systemtheorie geht bekanntlich davon aus,

1 Jantsch, Erich: Integrierende Planung für die vereinten Systeme Gesellschaft undTechnik Die neue Rolle der Universität, Untersuchung neuer Aspekte für die Zukunft deramerikanischen Universität, insbesondere des Massachusetts Institute of Technology. In: IBB-Bulletin Bildungsforschung, Entwicklungshilfe 4( 1969/70), Wien 1970.

2 Ulrich, Hans: Die Unternehmung als produktives soziales System, Bern und Stutt-

gart 1970.

3 Ulrich wie anm. 2, ferner: Bertalanffy, Ludwig v.: General Systems Theory:An new approach to unity of Science. In: Human Biology 23( 1951); Bleicher, Knut:Organisation als System, Wiesbaden 1972; Krieg, W., Malik, F. und Oeller, K. H.:Einige Grundbegriffe der Systemtheorie und Kybernetik, St. Gallen 1972.

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