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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
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Aus dem Leben und Wirken von Otto Freiherrn von Hingenau

( 1818-1872)

Von Gerhard Boldt, Kassel

Im Rahmen dieser Festschrift sollte auch eines Mannes gedacht werden, der für dieEntwicklung des Bergrechts in Österreich und für die Gestaltung der Beziehungen aufdem Gebiet des Bergrechts zwischen Österreich und Deutschland im vergangenen Jahr-hundert von besonderer Bedeutung gewesen ist, des vor wenig mehr als hundert Jahrenverstorbenen Otto Freiherrn von Hingenau. 1

Otto Bernhard Gottlieb Freiherr von Hingenau wurde als Sohn des Kreishaupt-manns und späteren Delegaten der Provinz Padua Ferdinand Gottlieb Freiherr vonHingenau und seiner Gemahlin Franzisca de Paula geb. Gräfin von Sprinzenstein am19. Dezember 1818 in Triest geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters, der 1824 imAlter von 33 Jahren starb, verlebte er seine Jugendzeit bei seinem Großvater, demPräsidenten des Guberniums Bernhard Gottlieb Freiherrn von Hingenau in Linz undspäter in Graz. Dort besuchte er auch das Gymnasium. Im Herbst 1831, nach dem Todseiner Mutter, bezog er die K. K. Theresianische Ritterakademie zu Wien, auf der er biszur Beendigung seiner juristischen Studien im Jahr 1840 verblieb. Von 1840 bis 1843studierte er, entsprechend seinen besonderen naturwissenschaftlichen Neigungen, an derBergakademie in Schemnitz. Im Januar 1844 trat von Hingenau in Kuttenberg alsBergpraktikant in den Staatsdienst; am 30. Mai 1844 heiratete er Walpurga GräfinSerényi, eine Tochter des bekannten Berg- Oberinspektors in Ungarn, Johann NepomukGraf Serényi. Die Ehe blieb kinderlos. Bereits im März 1845 wurde von Hingenau andas Oberbergamt und Berggericht in Leoben versetzt. Sein Lehrmeister war hier derdamalige Amtsvorstand und spätere Sektionschef im Finanzministerium Freiherr K. vonScheuchenstuel, der ihn veranlaßte, sich eingehend und insbesondere auch wissenschaft-lich mit dem Bergrecht zu beschäftigen. Im März 1846 kam von Hingenau an die Hof-kammer für Münz- und Bergwesen nach Wien, wo er in der Bergrechtlichen AbteilungDienst tat; im Herbst 1847 wurde er als Berggerichtssubstitut nach Brünn versetzt und im

1 Bachinger, Karl: Hingenau. In: Neue deutsche Biographie Bd. 9, Berlin 1972, S. 183 ff.-Boldt, Gerhard: Otto von Hingenau. In: Leben und Wirken namhafter Lehrer und Praktiker desBergrechts. Köln 1974= Zs. f. Bergrecht 115( 1974), S. 62 f.- Brassert, Hermann: Nachruf fürOtto von Hingenau. In: Zs. f. Bergrecht 13( 1872), S. 294 ff.- Nachruf für Otto von Hingenauin der Zs. d. berg- und hüttenmänn. Vereins in Kärnten 1872 Nr. 6, S. 122 ff.- Nachruf in denVerhandlungen der Geologischen Reichsanstalt in Wien 1872, S. 224- Brümmer, F.: Lexikon derdeutschen Dichter und Prosaisten von Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Leipzig1913 Gümbel: Stichwort Hingenau", Otto Bernhard Freiherr von. In: Allgemeine deutscheBiographie, Red. von R. v. Liliencron und F. X. Wegele. Leipzig 1875-1912 Bd. 12, S. 459 ff.-Poggendorf, J. C.: Biographisch- literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exakten Wissen-schaften. Leipzig 1859 Bd. I, Sp. 1108- Serlo, Walter: Hingenau. In: Männer des Bergbaus.Berlin 1937, S. 69- Wurzbach von Tannenberg, Constantin: Bibliographisch- statistische Über-sicht der Literatur des österreichischen Kaiserstaates, Bd. 9. Wien 1863, S. 35 ff.- Neue freiePresse, Wien, vom 24. 5. 1872- Österreichisches biographisches Lexikon 1815-1950 Bd. II,Graz und Köln 1957, Stichwort Hingenau" S. 321- Österr. Zs. f. Berg- u. Hüttenwesen, Wien1. Jg.( 1853) bis 20. Jg.( 1872) Zs. d. berg- u. hüttenmänn. Vereins in Kränten Bd. 2( 1872),S. 122-125.

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