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Bergbauüberlieferungen und Bergbauprobleme in Österreich und seinem Umkreis : Festschrift für Franz Kirnbauer zum 75. Geburtstag
Entstehung
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Bezüglich des Kohlenverkaufes kam es, zum Vergnügen der Schmiedschaften" undmit Zustimmung der Grundobrigkeit zu einem vollständigen Übereinkommen: DieSchmiede erklärten sich bereit, einen Kohlmesser bzw. Aufseher auf eigene Kosten anzu-stellen. Er sollte die patentmäßige Kohlmesserei" und den neu regulierten Kohlenpreisüberwachen und die Ausfuhr von Kohle an Abnehmer außerhalb des Widmungsgebietesverhindern.

Als besonderes Entgegenkommen gegenüber dem Eisenobmann als dem Vertreterdes Landesfürsten setzte der Prälat von Lilienfeld den Preis für Holz aus den Stifts-forsten herab.

Am 4. Juni besichtigte Herr von Hallegg im Beisein des Paters Schaffner und derHerrschaftsförster die Stiftsforste auf dem Kieneck, dem Haraseck, in Hallbach und amUnterberg. Er fand sie durchwegs in gutem Zustand und, für die vielen Hammerwerkein der Ramsau gar wohl bringbar". Jedoch die weiter gegen Annaberg und Türnitz ge-legenen Wälder von beträchtlicher Größe fand er meist überständig. Ihre eingehendeBesichtigung erachtete der Eisenobmann diesmal nicht für nötig, denn sie waren ,, schon1758 genau in Augenschein genommen worden, als man sie ebenso wie jene am Groß-Ötscher dem Wienerischen Scheiter- Lieferanten an der Erlauf, Herrn Franz Josef Gigel,überlassen hatte". 5

Am 5. Juni wurde die Waldbesichtigung von Lilienfeld aus über das Haraseck unddurch das Gebiet von Weißenbach und Fahrafeld bis nach Pottenstein fortgesetzt. Inden Wäldern des ,, sogenannten Further Grabens", durchwegs Gemein- oder Untertanen-besitz, traf die Kommission auf die ersten reinen Schwarzföhrenwälder, teils aber auchauf Mischbestände von Fichte, Tanne und Buche. Von den zahlreichen Kohlwerken, 6die sie vorfand, werde die Kohle nach Aussage der Einwohner meistenteils nach Wienverführt.

Herr von Hallegg war bestürzt über den Zustand der Waldungen: Er fand meistnur junges und halbwüchsiges, nur in den entlegenen Gräben und in Auen hiebreifes,dort allerdings auch überständiges Holz. Er sah ,,, daß die Kohlbauern nur dem nächst-liegenden Holz nachhängen, des größeren Profites wegen, die entfernteren Wälder abervernachlässigen". Daher werden junge, nicht hiebreife Bäume hergehackt und zumSchaden der Nachkommenschaft zusammengerafft".

Am 6. Juni fand dann in Gegenwart des Verwalters der Herrschaft Merkenstein,Herrn Dominik Huber aus Gainfarn, und aller in diesem Bezirk ansässigen Eisen- undKupferhammerschmiede sowie eines Ausschusses der hiesigen Bauern und Kohlenhändler,an ihrer Spitze der ,, k. k. Hofkohllieferant Joh. Georg Grabenweger", eine Versammlungstatt. Hier zeigten sich vor allem große Schwierigkeiten, die Kohlwidmung durchzu-setzen. Denn lieber als an die Schmieden des Widmungsgebietes lieferten die Bauern ihreWare nach Wien, das nicht allzu weit von hier entfernt ist und wo die Holzkohle keinerPreisregulierung unterlag. Sie strebten also nach unbeschränkter Kohlverführung". DerEisenobmann trug daraufhin den anwesenden Kohlbauern strengstens auf, zuerst dieortsansässigen Betriebe zu versorgen und erst in zweiter Linie die ,, k. k. Ämter undWerke in Wien". Sollte ein Schmied nicht genügend Kohle zum festgesetzten Preisbekommen haben, so erhielt er die Befugnis ,,, einen vorbeifahrenden Kohlbauern anzu-halten, den Wagen umzustürzen und ihm die Kohle wegzunehmen", also zur Selbsthilfezu greifen.

Auch die Neufestsetzung der Preise für Holzkohle gelang hier erst nach schwierigenVerhandlungen. Als dann endlich der herrschaftliche Verwalter selbst den vom Eisen-

5 Diese Wälder wurden also damals nicht mehr zur Holzkohlenerzeugung, sondern zurBrennholzversorgung der Residenzstadt genutzt( Erlaufschwemme, Traisenschwemme).

Kohlwerk= liegender Meiler, Langmeiler, Kohlhaufen.

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