Brennstoffprobleme in der niederösterreichischen Waldmarkum das Jahr 1761
Von Hiltraud Ast, Gutenstein
Die Erdölkrise des Herbstes 1973 und das mit ihr erwachte allgemeine Interesse anBrennstoff- und Energieproblemen erinnern uns, daß es in unserem Heimatland Nieder-österreich schon einmal eine schwere Brennstoffknappheit gegeben hat, und erlaubt uns,alle jene Maßnahmen anzuführen, die damals angeregt wurden, um diese zu bewältigen.Da der Wald hier einst der einzige Brennstofflieferant für Hütten- und Hammer-werke, für Salinen und Glashütten bildete, war die Waldwirtschaft noch überaus engmit dem Bergbau und mit der die Bodenschätze verarbeitenden Industrie verknüpft.Sofern die Wälder im Besitze des Landesfürsten standen, wurden sie durch Bergbau-beamte verwaltet. Aber auch noch später, als zu deren Entlastung Waldmeister undFörster eingestellt worden waren, unterstanden diese der Bergbaubehörde. Als jedoch inÖsterreich durch landesfürstliches Patent auch die Wälder anderer Grundbesitzer zurVersorgung von Bergbau und Industrie herangezogen,„ gewidmet", wurden, bildete auchfür diese Grundherrschaften und ihre Verwalter die Hofkammer für Münz- und Berg-wesen in forstlicher Hinsicht die vorgesetzte Behörde.
Im niederösterreichischen Voralpenland mußte mit Brennstoff in erster Linie dieeisenverarbeitende Industrie versorgt werden, die sich seit dem 15. und 16. Jahrhunderthier dank der Holzvorräte und der Wasserkräfte entfaltet hatte. Dazu kamen nocheinige bedeutende Kupferhämmer im Triesting- und Piestingtal. Die Einhaltung derwidmungsgemäßen Verwendung der Wälder, der„ Kohlwidmung", die Versorgung derörtlichen Hammerwerke mit Holzkohle und die Überwachung der Holzkohlenpreiseoblag einer Außenstelle der Hofkammer für Münz- und Bergwesen mit dem Sitz inSteyr.
Die Hofkammer war natürlich daran interessiert, die Holzkohlenpreise möglichstniedrig zu halten, denn eine Steigerung zog eine Preiserhöhung für Eisenwaren nach sich,was vor allem im Interesse des Landesfürsten wegen dessen Einkäufen an Kriegsmaterialvermieden werden sollte.
Durch diese künstlich, ja sogar mit zwangswirtschaftlichen Maßnahmen stets gleichniedrig gehaltenen Preise konnten die Besitzer von Wäldern, die in der Nähe vonIndustriebetrieben lagen, ihr Einkommen aus diesen niemals steigern, was sie dazu ver-leitete, sich nicht um die Wiederaufforstung zu kümmern und Raubbau zu treiben.Darum sah sich Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1752 gezwungen, in einer ausführ-lichen Waldordnung gegen solchen„ Waldfrevel" ins Feld zu ziehen, Abmessung undVerkauf der Holzkohle zu regeln, nämlich nach Metzen und nicht wie bisher nachFuhren, und den Holzkohlenpreis neu festzusetzen.
Da jedoch ihre Anordnungen unbefolgt blieben, häuften sich die Klagen derHammergewerken über Steigerung der Kohlenpreise und Rückkehr der Kohlbauern zualten Verkaufsgewohnheiten so sehr, daß die Hofkammer für Münz- und Bergwesen am15. Jänner 1761 den ,, Eisenobmann und Richter im Eisenwesen", Franz Josef Anton vonHallegg, beauftragte, in der„, Waldmark", das ist das Gebiet zwischen Lilienfeld und
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