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Internationale volkskundliche Bibliographie : Systematik und Datenbanken ; Papiere der 5. Tagung der Arbeitsgruppe für die Internationale Volkskundliche Bibliographie (IVB) vom 8. bis 10. September 1994 in Petronell-Carnuntum (Niederösterreich) und Kittsee (Burgenland)
Entstehung
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Diskussion zur Fachsystematik

Von Brigitte Emmrich

Anmerkungen zum Beitrag von Prof. Dannemann

Richtig ist zweifellos die Feststellung, daß es sich bei der IVB- Gliederungim wesentlichen um ein Inhaltsverzeichnis, keineswegs aber um eine Systema-tik handelt. Eine Annäherung zur Klassifikation ist m.E. allerdings gegeben.

Die Gliederung als Inhaltsverzeichnis ist aber durchaus nicht negativ zubewerten, denn

1. ist das Wissenschaftsverständnis in den einzelnen Ländern unterschied-lich, und es würde sicher endlose Diskussionen geben, wenn man eineakzeptable Übereinkunft erreichen wollte;

2. kann( wird) sich in der praktischen Arbeit mit dem IVB- Material ergebenhaben, daß alles unterzubringen ist.

Dennoch wäre es natürlich schön, wenn internationale gemeinsame Be-mühungen zu einer Systematisierung des Faches führen könnten. Das Zielsollte zunächst gar nicht eine andere( neue) Gliederung sein. Gefragt sindvielmehr informative zusammenfassende Berichte zur Strukturierung derArbeit in den einzelnen Ländern, die auch den Wandel der Forschungs-schwerpunkte( sofern es überhaupt welche gibt) aufzeigen. Vermutlich rechtinteressant in Bezug z.B. auf die ex- sozialistischen Länder. Vor allem sollteman auch Ethnologen, Kultur- und Sozialanthropologen bzw. Soziologen,, über die Schulter schauen".

Zu den einzelnen Punkten dieses Beitrags:

Zu 1.: Im Prinzip ist Prof. Dannemann zuzustimmen, daß ein wissenschaft-liches Verständnis definiert sein sollte, um Ausuferungen des Facheszu vermeiden. Eine thematische Abgrenzung der Inhalte ist sichervonnöten. Im Einzelfall ist es aber schwierig, immer eine richtigeEntscheidung zu treffen. So kann u.U. ein Titel oder der Name einesVerfassers zur Aufnahme in den volkskundlichen Bereich veranlas-sen, zumal es oft gar nicht möglich ist, alle Titel rechtzeitig einzuse-hen.( In der Sächsischen Landesbibliothek Dresden dauert der Ge-schäftsgang mindestens ein Jahr; aktuell kommt man nur über be-stimmte Computerprogramme an die Titel heran.)

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