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Ländliche Architektur in Mazedonien : mit 60 Zeichnungen des Verfassers ; [Katalog zur Ausstellung "Ländliche Architektur in Mazedonien"]
Entstehung
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VORWORT

Die Ausstellung Ländliche Architektur in Mazedonien ist ein Versuch, einenTeil des großen Bauerbes Mazedoniens über die Zeichnungen des Architek-ten Petar Namičev, Kustos am Ethnologischen Museum Mazedoniens, zupräsentieren. Die Zeichnungen sind das Ergebnis langjähriger Architek-turforschungen, und zwar in einem oft vernachläßigten Bereich, derländlichen Architektur. Die Urheber dieser Architektur sind meist unbekannt,jedoch zeigen sie sich in ihren Bauten als seriöse und ausgezeichneteKenner des Baugewerbes, sie sind voll kreativer Schöpfungskraft und habenviel Einfallsreichtum, was gerade in der am wenigsten freien Kunst zumAusdruck kommt. Zusätzliches Handicap waren die meist kleinen Geldmittelund das Baumaterial selbst, das ihnen die Natur bot: Holz und Stein. Hinterjedem der dargestellten Objekte sind Einfallsreichtum, Freude und Schweißdes Baumeisters, Frohsinn, aber auch Leid und Trauer der Bewohner zusehen.

Ein großer Teil dieser Objekte steht heute verlassen da, aber das scharfeAuge und die sichere Hand des Architekten Petar Namičev hat sie vor demVerfall gerettet.

Nach einer Ausstellung in Skopje wurden die Zeichnungen in mehrerenStädten Polens präsentiert: im Museum der Unabhängigkeit in Warschau, imEthno- Park in Ciechanowiec, im Freilichtmuseum Sierpc und an derPolytechnik in Białystok. Wir hoffen, daß die Ausstellung aufgrund ihrerästhetischen Werte, aber nicht zuletzt wegen der geschichtlichen Ver-bindungen zwischen Österreich und Mazedonien, auch in ÖsterreichAufmerksamkeit erregen wird.

Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es nämlichÖsterreichische Gelehrte, die Mazedonien wissenschaftlich erforscht haben,und ihr erster Kontakt mit dem Land ging über das mazedonische Dorf bzw.dessen Architektur.

Unter den bekanntesten sind J. G. von Hahn und R. Egger. In diesemJahrhundert ist Emmi Hießleitner aus Linz für die mazedonische Kultur vongroßer Bedeutung. Sie lebte in den dreißiger Jahren mit ihrem Mann inMazedonien und schuf eine große Serie außerordentlicher Zeichnungenund Aquarelle von den verschiedenen Landschaften, der Architektur und denKlosterkomplexen.

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