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Kultur und Volk : Beiträge zur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz ; Festschrift für Gustav Gugitz zum achtzigsten Geburtstag
Entstehung
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Die restlichen nicht berücksichtigten Särge konnten aus dem Grundenicht herangezogen werden, weil sie entweder durch starke Beschädigungenoder aber durch starke Verunreinigungen für eine zeichnerische Aufnahmenicht mehr geeignet waren.

Überblickt man die einzelnen Gruppen und die ihnen zugeordneten Zeit-räume, so muß man unter Berücksichtigung ihrer inneren Zusammenhängedavon absehen, sie einzelnen Werkstätten zuordnen zu wollen. Archivalischwie sachlich sind keine Anhaltspunkte zu einer derartigen Zuordnung ge-geben. Aber trotzdem wird man auf Grund der gegebenen Gliederung in derAnnahme nicht fehlgehen, daß die einzelnen Gruppen auch einzelnen Hand-werkern oder Handwerkergruppen zuzuschreiben sind, die vielleicht auchnebeneinander in einer Werkstatt bestehen konnten, wie es durch die Kranz-särge und Möbelrandsärge in ihren vielen Wechselverbindungen wahrschein-lich gemacht wird. Daß aber so eine Handwerkergruppe mit einer Werkstattidentisch sein könnte, ist selbstverständlich die zweite Möglichkeit, die nurabschließend festgehalten werden soll.

Daß die Herstellung der Särge und ihre Bemalung von Tischlerngewerbemäßig neben ihren anderen Arbeiten durchgeführt wurde, gibt dieweiter unten auszugsweise Satz und Ordnung für die Wiener Tischler vomJahr 1688 an, wo nicht wie bei den Wiegen( Punkt 60) auf die Arbeit einesMalers hingewiesen wird. Anderseits wirkt die Bemalung teilweise so pri-mitiv Glossar ::: zum Glossareintrag mitiv", daß hier eine ähnliche Zweiheit der handwerksmäßigen Fertigkeitwie z. B. bei den Krügelmachern Töpfer und Maler

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angenommen

werden muß und man mit vollem Recht von Tischlermalern sprechen kann.Und vielleicht erhalten diese Objekte der Handwerkskunst eben deshalbihren eigenartigen Reiz, weil hier nur der dafür geeignete Handwerker sichin einem ihm ansonsten nicht zustehenden Fach betätigt.

Sucht man Entsprechungen der Sargmalerei in der Gestaltung der volks-tümlichen Alt- Wiener Möbel, so scheitert man an der vorläufigen Unmög-lichkeit, diese Objekte einwandfrei zu bestimmen. Daß aber umgekehrt dieSargmalerei zu einer solchen wünschenswerten Bestimmung wenigstens indem Ausmaß des hier behandelten Zeitraumes herangezogen werden kann,sei hier nur an zwei allgemein zugänglichen Parallelen aufgezeigt.

Im Technischen Museum in Wien steht eine Zweizylinder- Fahrspritzeder k. k. Hoffeuerwache aus dem Jahre 1772 und besitzt einen mächtigenPumpenkasten aus Eichenholz. Dieser Kasten ist an den beiden Seiten mitdem kaiserlichen Doppeladler geziert, der zur vollkommenen Ausfüllung derFläche nicht ausreicht und deshalb nach beiden Seiten durch die den Möbel-randsärgen eigene Rahmung mit zusätzlichen Blumenmotiven ergänzt wird.Der Zusammenhang ist verblüffend klar und wird vielleicht auch zur Fest-stellung der Werkstätte führen können. Dieser Möbelrand" ist in braun-gelblicher Farbe auf Naturgrund aufgetragen und entspricht so vollkommender auf Naturgrund gearbeiteten Sargmalerei.

Ein zweites Vergleichsstück steht im Österreichischen Museum für Volks-kunde und ist der doppeltürige Kasten mit der Inv. Nr. 34.349 aus demJahre 1773. Obwohl der geschnitzte Eichenholzkasten aus Oberwaltersdorf inNiederösterreich stammen soll, spricht doch die handwerksmäßig solide Aus-führung man vergleiche nur das Schloß und die Beschläge aus Messingfür eine städtische Werkstätte. Auch hier gibt die Übereinstimmung derFüllungsrahmung mit dem Möbelrand" der Särge seine Wiener Provenienz

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