ohne Datierung sind und die besonders durch die Schmalflächenbemalungcharakterisiert werden: auf der Kopfwand ist ganzflächig ein über gekreuz-ten Schenkelknochen und einem Blattbogen liegender Totenschädel, der eineBlumenkrone trägt; die Fußwand enthält ganzflächig einen Leuchter miteiner gebrochenen Kerze. Außer der Blattverzierung sind noch die beidenEngelköpfe oberhalb der Querbalken und die Schenkelknochen mit Maschen-bändern die Querverbindungen zu den Kranzsärgen. Doch verbindet diesewiederum ein gerader Rand der Schauflächen mit rocaillenartigen Unter-brechungen mit der folgenden Gruppe und stellt so den direkten Zusammen-hang zwischen den Kranzsärgen und den nun folgenden„ Möbelrandsärgen"her, die der gleichen Werkstatt zuzuschreiben sind.
Diese Möbelrandsärge charakterisiert durchwegs ein typischer Rand, dergerade um die Schauflächen herum läuft und außerhalb der Mitten durchrocailleförmige Linienornamente unterbrochen wird, wie es bei Stuck-rahmungen und Bilderrändern des Rokoko sehr oft der Fall ist. Der Aus-druck„ Möbelrand" wird deshalb eingeführt, weil diese Gruppe am ehestendazu geeignet ist, Verbindungen von der Sargbemalung zur Alt- WienerMöbelverzierung aufzuzeigen. Dieser Gruppe gehören die Särge Nr. 20( 1780), 51, 60, 72, 73, 121, 128, 132, 135 und in einer besonderen typischen Voll-endung der Sarg Nr. 145 an. Alle diese Särge sind durch Kreuze mit ein-fachen geraden Enden mit dem Corpus Christi gekennzeichnet, die nach denbisher erörterten Bemalungen wenn nichts vermerkt wurde, handelte essich immer um Dreipaßkreuze für die Siebziger- und Achtzigerjahretypisch sind. Neben dem Totenschädel am Kreuzfuß scheinen Schädeldarstel-lungen nur bei einem Sarg( mit oben offenem Kranz) auf den Trogseiten undauf dem Trogkopftrapez auf. Dieser Sarg( Nr. 111) ist außerdem dadurchgekennzeichnet, daß auf der linken Deckelseite ein Spaten und eine Krampegekreuzt als Zierelemente Verwendung finden und ebenso auf den beidenSeiten einander gegenständig und senkrecht zum Längsrand eine Sanduhrund eine verlöschende Kerze aufgemalt sind. Als Totensymbole werden aufden Särgen dieser Gruppe fast ausschließlich gekreuzte und mit Maschen-bändern zusammengebundene Knochenfragmente verwendet. Die hier zurAuffüllung der Flächen verwendeten Pflanzensprossen sind lang, geradlinig,dicht und immer in der Längsrichtung angeordnet. Die Kopf- und Fußflächenweisen meistens nur eine Möbelrand- Rahmung auf. Der Sarg Nr. 145 zeigtein typisches rokokohaftes Schmälerwerden der eingerahmten Felder amFußende und die vollständige Auflösung der Schmalseiten der Rahmung inRocaillen.
Zu dieser Gruppe der Möbelrandsärge gehört noch eine typische Unter-gruppe mit den Särgen Nr. 93( hart), 95( hart), 101( hart) und die Reihe mitden gleichbemalten Särgen Nr. 4, 109, 113, 124( 1779), 163, 180( 178.)( Abb. 29 d),181( 1782) und 183( 1782). In sämtlichen Zierelementen stimmen sie mit denübrigen Möbelrandsärgen überein und weisen als zusätzliches Kennzeicheneine einfache Punktreihe außerhalb der Möbelrandung" auf.
Von den fünf mehr oder weniger atypischen Särgen, die bei dieserUntersuchung festgestellt werden konnten( 58, 84, 98, 102 und 111) verdientnur der Sarg Nr. 111 aus der Zeit um 1780 erwähnt zu werden, der an denTrogseiten zwischen Rosenzweigen je eine mit Fledermausflügeln verseheneSanduhr trägt.
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