Adelige. Und die 14 Verstorbenen der Pfarrgruft gehören fast zur Gänzedem Bürgertum und kleinen Adel an und sind zum Teil kleine Hof-bedienstete.
Kosten der Leichenbegängnisse im Jahre 1751
Aus den Funeralspecificationen kann man sich einen guten Einblick indie Gestaltung der Leichenbegängnisse des 18. Jahrhunderts verschaffen.Hier wird eine nach den Kosten gegliederte Zusammenstellung gegeben:
a) Für arme Leute wird sehr oft ein bescheidenes Leichenbegängnisumsonst veranstaltet, andere wieder zahlen„ aus armuth" nur 15 bis 23Kreuzer.
b) Die billigste Kinder- ,, Leiche" kostet nur 30 Kreuzer, wobei nur dieGrabgebühr verrechnet wird, die für einen Erwachsenen 1 Gulden beträgt.c) Eine Kinder- Leiche mit Grabgebühr und einem Mantel( für den Ge-leiter) kostet 45 Kreuzer.
d) Eine Kinderleiche mit Grabgebühr, Einsegnen und 1 Mantel kostet1 Gulden 15 Kreuzer.
e) Eine Leiche mit einem Priester, der Grabgebühr und vier Mäntelnkostet 3 Gulden 30 Kreuzer.
f) Eine Leiche mit drei Priestern und 10 Mänteln einschließlich derGrabgebühr kostet 7 Gulden.
g) Ein Leichenbegängnis mit drei Priestern, dem mittleren Geläute, demgroßen Kreuz- Tuch und acht Mänteln kostet einschließlich der Gebühr fürdie Taufstubengruft 22 Gulden.
h) Eine Leiche mit der ganzen Priesterschaft, dem ganzen Geläute, demgroßen Kreuz- Tuch und 16 Mänteln kostet inklusive der Gebühr für dieHerrengruft 68 Gulden.
i) Eine Leiche mit sechs mitgehenden Priestern, dem ganzen Geläute,der ganzen Priesterschaft( in der Kirche), dem großen Kreuz- Tuch und derGruftgebühr, dazu bei den Exequien mit dem großen Geläute, dem Seel-Amt, den zwei Leuchterträgern, dem Ornat und dem großen Kreuz- Tuchkostet insgesamt 91 Gulden 18 Kreuzer.
k) Die feierlichste„ Leiche" dieses Jahres fand am 2. Dezember statt,bei der Ludwig Casimir Freiherr von Lanczynsky, der außerordentliche Ab-gesandte Rußlands am Hof Maria Theresias und Ritter des Hohen Alexander-Ordens in der Maria Candia- Gruft beigesetzt wird. Die Spezifikation sagtfolgendes aus:„, Ein leicht von Versatzambt auss der Stephaner Pfarr dasgleuth 7 fl., orth der Grufften 40 fl., vor die gantze Priesterschafft 20 fl., vordie 3 Creiz- Tücher 3 fl. 30, den vorderen Chor schwarz spalliert 6 fl., 10 Stühlschwarz überzogen 2 fl. 30 kr., den 9., 10. und 11. dito sind die dreitägigenExequien gehalten worden, für die geistlichen Herren für drei Seel- undein Lobamt die Gebühr 80 fl., für das dreitägige Ausläuten 18 fl., für diedreitägige Ausspallierung des vorderen Chores 18 fl., für das Castrum dreiStaffel hoch auf drei Tage, dann für 16 Stühle zu überziehen auf drei Tage12 fl., für drei Kreuztücher auf drei Tage 10 fl. 30 kr." Insgesamt kostetedas Leichenbegängnis, soweit es mit der Pfarre verrechnet wurde, zwei-hundertfünfunddreißigeinhalb Gulden 2).
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