Grund„ Gesänge zum Amteder hl. Messe, sammt dem Gesange vorder Predigt" 50).
Schließlich erschienen 1783 noch„ Wallfahrt- Lieder zum Ge-brauche des ganzen wienerischen Erzbistums"; es sind je vier Texte zurhl. Dreifaltigkeit, zum hl. Kreuze, zur Mutter Gottes, alle den rationalisti-schen Geist der Josephiner atmend. Einige der Texte leben im 19. Jahr-hundert weiter und sind in die jeweiligen Mariazeller Wallfahrtsbücher auf-genommen 51), so:„ Kommet, auserwählte Glieder",„ O, ihr frommen Christen-herzen“ und„ O Strom der Seligkeit". Viele der Lieder wurden auf Einzel-blättern gedruckt, je ein Lied auf einem Blatt mit Umrahmung und derDruckerbezeichnung Grunds. So findet man sie auch gelegentlich in Gebet-bücher der Zeit als Ergänzung eingeklebt. Diese Einzelblätter wirken wieSonderdrucke aus einem Buch, die sie ja meistens auch sind. Oft ist unterdem Titel ausdrücklich vermerkt:„ Zum Gebrauche der ganzen wienerischenerzbischöflichen Diözes", wie auf den Titeln der Liederbücher. Auf eine mög-lichst große Verbreitung wie bei den sonst üblichen Lied- Flugblättern waralso von vornherein nicht gedacht; es waren sozusagen halbamtliche Aus-gaben.
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Franz Leopold Grund starb am 20. März 1789 im Fähnrichhof im Altervon 75 Jahren an einem Schleimschlag 52). Er konnte auf ein arbeits- underfolgreiches Leben zurückblicken. Haupterbin war die Witwe Barbara;dann waren ein Sohn Ignaz und eine verwitwete Tochter Aloisia Boẞwald,deren Gatte Doktor der Medizin gewesen, vorhanden. Das hinterlassene Ver-mögen wurde auf 55.834 Gulden geschätzt und bestand u. a. aus dem vier-stöckigen Haus in der Singerstraße, einem zweistöckigen Haus in Altlerchen-feld, einem Weinkeller( 2690 fl.), Silber( 483 fl.). Im Warenvorrat fanden sich:tausende Gebetbücher, Andachtsübungen, 1020„ Grazer Gebetbücher" in 12°a 9 Kreuzer, Schulbücher..., 2 Ris verschiedene beschnittene Kirchenliedera 3 fl., 12 Ballen verschiedene alte unbrauchbare Bücher und außer Gang ge-setzte Andachtsbüchel und Gesänge a 6 fl., schließlich ein großer Papier-vorrat, alles zusammen auf 4902 Gulden geschätzt 53).
Ignaz Grund wurde als Sohn des Franz Leopold G. am 29. Dezember 1744in Wien geboren 54); sein Taufpate war- wie bei den Geschwistern- Fer-dinand Schmid,„ Capellmeister bey dem Gnadenbild bey St. Stephan". Ererlernte die Buchbinderei und heiratete als„ neuangehender bürgerlicherBuchbinder" 1766 die Magdalena Plenkl, die Waise eines Wiener Buchbinder-meisters 55). Sie brachte 500 Gulden Rheinisch und eine bürgerliche Einrich-tung mit; Ignaz Grund leistete 1000 Gulden Widerlage 56). Die Eheleutewohnten im Heiligenkreuzerhof in der Schönlaterngasse Nr. 768. 1783 erhieltIgnaz Grund eine Buchdruckerei- Befugnis und richtete die Offizin in demgleichen weitläufigen Gebäude ein 57). Im Sommer 1784 starben binnen vierWochen die Frau und zwei Töchter, 16- und 13jährig, an Flecktyphus 58). DieSchätzung gelegentlich der Verlassenschaftsabhandlung stellte einen Buch-druckerei- Vorrat im Wert von 1927 Gulden, Buchbinder- Zugehör mit43 Gulden fest. 1785 schloß Grund mit Therese Groß die zweite Ehe. 1804wurde die Druckerei auf die Landstraße 289, Ungargasse, verlegt; das„ Ge-wölb" im Zwettlhof behielt Ignaz nach dem Tod des Vaters bei.- VonDruckwerken seines Betriebes ist nicht viel aufzufinden. Ende 1783 kündigter einen„ Oesterreichischen Schreib- und Taschenkalender auf das Jahr 1784"59). Die bisher gangbaren Ausgaben, wie das Gebetbuch Maria Theresias,
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10 Kultur und Volk
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