Zuo Sarmistorff ist sein Vatterland,Derselb Hans Heinrich Baur genant,Sein Mutter Elisabeth Schreiberin,Und Verena heisst das Döchterlin,Welches contract an hand und füessenDurch rath der arzt vil bruchen müessen,Und haben vil mittel angewendt,
Das man im wider helfen könt.Aber alls vergäben und umsunst,Des Doctors und auch Schärers kunst.Damit aber Gott ward geehrt,
Auch sein Lob durch die Heiligen gemehrt,Haben die elteren fürgenommen,
So bald si möchten dahin kommen,Ein Wahlfart zu Maria Hilff genant,Auch eine zu St. Leontio bekant.
Der ruohet im Lobwürdigen GottshausZuo Muri mit wunder und gnaden durchaus.Allen die kommen mit rechtem Vertrauen,Mit glaub und hoffnung auf in bauwen,Schlagt ers nit ab und kans auch nit,Wann man in darumb hertzlich bitt.Darumb mihr mit betrüebtem HertzenIhm klagen unser Leid und Schmertzen.Versprechen ein taffel und heilige Mess,Das man dieselb im Zehren less,Nachdem mihr dieses hand versprochen,Ist das Kind bald wider umenkrochen,Entlich gantz grad und auch gesund,Verrichten wirs glübt zu der stundUnd sagen Gott und Mariae bsunder,Auch St. Leontio durch sein WunderGross Dank, Lob, Ehr und Preis ohn endtUnd befelen uns in ihr Schutz und Hendt.Zur Dankbarkeit und ewigs Gedencken
Thue ich die tafel hie her hencken
Allen betrüebten zuo trost und heil,
Das sye sich der gnaden machen teil.
Den Zweifleten und ungläubigen zum Zeichen,Damit sye entlich zur Warheit gereichen." 74)
Die Votanten ließen die Tafeln meist in ihrer Umgebung malen undbrachten sie auf ihrer Wallfahrt mit nach Muri. Doch scheinen auch in MuriVotivtafeln gemalt worden zu sein, denn am Anfang eines Zeugnisses von1706, in dem der Pfarrer von Biberist ein Mirakel beschreibt, heißt es:„ Zuein Glübtaffeln gehn Muri gehören dise oder deren gleichen Worth 75)."
Von den zahlreichen Votivbildern ist nur ein einziges erhalten geblieben,das oben erwähnte von 1688, das aus dem Kunsthandel in Privatbesitz inMuri gelangte. Ein Ölgemälde auf Holz in der Sammlung des KollegiumsSarnen zeigt den knieenden Leontius mit Palme und der Inschrift ,, Ex Voto1743", kann aber nicht als Votivbild im strengen Sinne angesprochen werden.
Neben den Votivtafeln werden Votivgaben in den Mirakelbüchernrecht selten erwähnt und manchmal auch nicht genauer bezeichnet. Dreimalwerden Wallfahrten„ sampt einem Opfer" und zweimal„ sonst einem er-klecklichen Opfer" gelobt. Zwei Personen, die 1649 von einem Leibschadengeheilt wurden, schickten„ etwas Wachs und Sachen". Nur einmal wird beieiner schweren Geburt neben drei Messen ein„ lebendiges Opfer" ge-nannt 76). Von einem Gewichtsopfer berichtet folgendes Mirakel von 1666:Als Ulrich Spahr, Kaplan zu Schännis, an Wassersucht litt, gelobte sein in
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