ihre intensive Verehrung der fünf Wunden Christi und der Stigmatisationdes hl. Franz, dessen Nachfolge sie in unmittelbarster Weise erlebte 76). Ge-tragen waren diese Verehrungen naturgemäß von der zum Erlöser 77), ins-besondere zu Christus in der Eucharistie 78), in der hl. Messe. Diese Ver-ehrung gipfelte in dem großen Verlangen nach der hl. Kommunion 79), aufdie sie sich durch lange Betrachtungen vorbereitete und die zu empfangendurch die Bettlägerigkeit die meiste Zeit ihres Lebens kirchlich- administra-tive Schwierigkeiten hervorrief. Sie übte daher die Praxis der geistlichenKommunion 80). Endlich in ihrem Todesjahr 1705 wurde das Messelesenin ihrem Krankenzimmer vom Wiener Bischof genehmigt 81), nachdem sieschon früher wöchentlich einmal die hl. Kommunion auf ihrem Krankenbettempfangen durfte. Die Tatsache dieser bischöflichen Genehmigung wird trotzdes Fehlens von Urkunden durch das Testament der Christina Riglererhärtet.
Dieses Testament( vgl. Anhang I) faßt noch einmal alle Elemente undGegenstände ihrer Frömmigkeit zusammen. So zeigt ihr Hausaltar, den sie,, unter dem Chor deren Geistlichen hinter der heiligen Stiege" zur Aufstel-lung stiftete, im Mittelpunkt den gekreuzigten Heiland, von Maria undJohannes, aber auch von Franziskus und Antonius umgeben, und zu seinenFüßen das Gnadenbild von Maria Pötsch; alle anderen Gegenstände, vermut-lich auch die weiter unten zu besprechenden Statuen, die Bilder und Bücherwurden knapp vor ihrem Tod von ihr verschenkt 82). Das reiche und für diemateriellen Verhältnisse der Christina Rigler überraschend kostbare Messe-gerät samt Paramenten, ebenso wie die immerhin vorhandenen Geldmittel,die ihr von verschiedenen Wohltätern gestiftet worden waren 83), vermachtesie den Minoriten zum Zweck einer Meẞstiftung an dem von ihr gewidmetenAltar unter der heiligen Stiege.
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Diese reichen Gaben lassen auf eine außerordentliche Wirkung derChristina Rigler auf ihre Umwelt schließen. Allgemein wurde sie die„ frommeChristina" genannt 84). Während nicht nur Plume, sondern auch Adamus vonOedt ihre Erscheinungen und Erlebnisse auf eine höhere Macht zurück-führten 85), haben Oedt und nach Plume sogar Bischof Leopold Graf Kollo-nitsch ihrem Gebet außerordentliche Wirkungen zuerkannt. Beide schriebenihren Bitten den Entsatz Wiens 1683 zu; Kollonitsch soll sie sogar besucht undihr die bedrängte Stadt empfohlen haben, deren Rettung sie ihm zusagte 86).Auch für andere Personen wird Hilfe durch ihre Fürbitte berichtet 87). Dievolkstümliche Seite ihrer religiösen Existenz hatte ebenfalls eine enormeWirkung auf ihre Umwelt. Es bildete sich durch Christina Rigler wie obengezeigt wurde eine ganze Gruppe spezifisch magisch- kultischer Verehrungund Plume hält nach anfänglichem Widerraten ihre Heilungen„, vom Teufelbesessener Personen" für eine„ Fügung Gottes" 88). Selbstverständlich hates bei einer solchen religiösen Persönlichkeit nicht an Widersprüchen undVerleumdungen gefehlt 89). Wesentlich erscheint aber, daß ihr Ruf nicht nur,, bis nach Ungarn ging", in Sendschreiben und einem lebhaften Briefwechselmit Personen der höchsten Stände seinen Niederschlag fand 90)( leider ist vonall dem offenbar in den mir zugänglichen Archiven nichts erhalten), sonderndaẞ offensichtlich eine Verbindung zur Dynastie bestand, die wie obenerwähnt Leopold I. bewog, ihr auf Lebzeiten ein Hofquartier freizuhaltenund Eleonora Magdalena bei der Neubestattung der Leiche der ChristinaRigler teilnehmen ließ. Schon unmittelbar nach dem Tode der Christina
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