Bir hörn die Schlüßalein klin- gen, das Dirndle werd die Nüẞ- lein brin- gen.
Sho- lig ischt doi Nocht, doi insch die Wroi- dn hot brocht.
,, Bir hörn das Schlüsselein klingen,
das Dirndle werd die Nüßlein bringen.Shalig ischt dai Nocht,
dai insch die Wraidn hot brocht
( selig ist die Nacht,
die uns die Freuden hat gebracht).
Ga züa, ga züa dein Kåschtn,
lai bu da Loiba( Brotlaibe) råschtn.Shalig...
Laf züa, laf züa den Schtongen
lai bu da Büaschta( Würste) hongen.Shalig..."
Daran schließt sich der gesprochene Spruch:„, Bir bünschn a glickliches neues Juhr,Geshüntheit, Glück und Shegn ünt a longes Lâbn( Leben)."
Übliche alpenländische Textformeln finden wir auch in Warmberg und Komutzen,wenn die Burschen und jungverheirateten Männer ,, das neue Jahr aufgesungen haben":,, Wir sind gekommen zum Herrn sein Haus, wir wünschen ihm a neues Jahr, a neuesJahr ist nicht genug, wir wünschen ihm auch Butter und Korn. Jetzt lassen wir denHerrn in Ehren stehn und wollen zu der Frau Wirtin gehn, und wünschen ihr ein neuesJahr. Ein neues Jahr ist nicht genug, wir wünschen ihr eine Tenne voll Korn. Eine Tennevoll Korn ist nicht genug, wir wünschen ihr das silberne Geschirr. Das silberne Geschirrist nicht genug..." Der letzte Wunsch war:„ das Kindlein in da Wiagn". Den Schlußbildete: ,, im Namen Jesú, im Namen Jesú".
10. Dreikönig
Auch der Vorabend des dritten großen Festtages der Weihnachtszeit weist ähnlichwie der Altjahrsabend Wiederholungen der bereits geschilderten Bräuche auf wie dasSprengen mit Weihwasser, das Glockenläuten usf. Schon im Kapitel über die Gebildbrotewurde berichtet, daß das größte und Hauptgebäck, der Shipling, erst zu Dreikönig ver-zehrt wird und daß jeder Hausgenosse, aber auch das Vieh dieses manchmal noch vorden Menschen am Morgen auf nüchternem Magen ein Stück vom Shipling erhielt. DieTeile der aufgesetzten Figuren und Verzierungen auf dem Brote, die man zu verschie-denen Zwecken aufbewahrte, konnten diese Aufgabe erfüllen. Sie waren nämlich nuraus Mehl und Wasser gebacken und wurden daher steinhart und zerbröselten nicht.
Gleichfalls erwähnt wurde bereits, daß das zu Dreikönig geweihte Wasser als daskräftigste galt. Man trank sogar drei Schluck davon als Schutzmittel gegen Schlangen-bisse( Nesseltal, Katzendorf, Göttenitz). Das Anschreiben von K+ M+ B( Kaspar,Melchior und„ Waldhauser") mit Kreide an die Haustüre gab es auch hier wie überall.
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