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gehen in den Gottesdienst. Auch jüngere Leute, nicht ganz selbstlos. Nach der Messe gibtes immer noch Weiblein, die streuen draußen vor der Linde ist ein großer freierPlatz-Hasel- und Walnüsse und einige Münzen. Dazu rufen sie:, Kinder, klaubat,Buam klaubat, Madl klaubat' usw. Die Erwachsenen warten bis die Kinder etwas haben.Der Unschuldige Kindertag( 28. XII.) ist der, Pishntak'. Ein nutzer Pishner mußeine schöne Pishnrute haben. Die schönste ist die, die färbig ist. Die gelbe Weide, dieBindweide. Vier Ruten werden genommen, je zwei gegenüberliegende werden ab-wechselnd geflochten. Man kann damit niemand weh tun. Sie sind sehr weich. DieGrößeren, das Jungvolk, haben die Ruten in der Tasche und ziehen sie heraus, sobald einMädel ihnen begegnet. Das Mädel ist auch froh, wenn es Beachtung findet von einemnetten Dorfburschen. Die Ruten sind immer zwei und zwei geflochten. Unten mit einemdünnen Weidenzweigerl spiralig umwunden. Die unteren Enden sind schön, ein wenigschräg abgeschnitten. Das spiralige Winden ist so, daß ein Ende hineingesteckt wird unddann herumgewunden, das andere Ende wieder hineingesteckt. In Moschen sagt manschnappen zu dem Brauch, in Mösel, pishn' und in Verdreng, leaschtn'. Da wo dieJonkes zu Hause sind, hört man das, leaschtn' oft als leaschkn'.
Das Aufbreiten von Weihnachtsstroh in der Stube ist in Mösel nicht üblich.
Zu Neujahr ist das Tür Aufmachen und Hereinstreuen von Obst und dabei rufen:, Kinderlein, Rindrlain, Lamplain, klaubet'. In der Früh ist das Neujahrswünschen. Dasgeht mit einem schönen Fichtenendzweig, der drei Sprossen haben soll. Man verziert ihnmit künstlichen Blumen und Bändchen. Der wünscht, hat einen ganzen Buschen davonund gibt dem, dem er wünscht, einen Zweig in die Hand oder legt es auf den Tisch.Zuerst hält er den Wunschzweig in der Hand, sagt den Spruch, und gibt ihn dann her."
In den Weihnachtserinnerungen, wie sie mir Professor Jonke erzählte, ist man-ches mit einem Reichtum an Einzelheiten berichtet, wie sie nicht leicht ein andererGewährsmann bietet. Anderes ist wieder kürzer gefaßt oder gar nicht erwähnt, weshalbes der Ergänzungen bedarf. Sie werden in den folgenden Abschnitten zugleich mit denzusammenfassenden landschaftlichen Übersichten geboten.
4. Der Hausaltar, Krippe, Christbaum und Weihnachtsgrün
Ziemlich deutlich spiegelt sich in den Erinnerungen der Gewährsleute eine Ent-wicklung in vier Stufen:
a) Bloßes Schmücken der Zimmerecke rund um den Hausaltar im sogenannten Herrgotts-winkel;
b) Aufstellen einer einfachen Krippe ebendort;
c) Hinzutreten des Christbaumes in der Form eines an der Stubendecke hängendenBaumwipfels;
d) Ersatz des hängenden Bäumchens durch einen stehenden Baum der heute üblichen Art.Die älteste Stufe ist in den Berichten der Gottscheer nur angedeutet. Sie läßt sichveranschaulichen durch den Brauch der slowenischen Umgebung, die auch nur im Ostteildes Landes die alte Form bewahrt hat. Dort gab es zuerst nur das sogenannte ,, Paradies"( paradiž) oder ,, Weihnachtsparadies"( božični paradiž), im Nordosten auch„, Betlehem"genannt. 342 Der Winkel in der Stubenecke über dem Eẞtisch, in dem sich der kleineHausaltar befindet, wird geschmückt. Einbezogen sind die Wände zu beiden Seiten undein Stück der Stubendecke darüber. Verwendet wird Pflanzenschmuck( Tannenzweige,Efeuranken), Kunstblumen, Kränze und Papiergirlanden. Auch die Heiligenbilder unddas Kruzifix sind geschmückt, Girlanden hängen von der Decke, vor dem Kruzifix wird342 Frdl. Mitteilung von H. Ložar- Podlogar.
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