Altlag. Da wurden Eier zum Heiligen Grab gelegt. Da liegt ein Kreuz daneben. ,, Das tutman, damit die Hühner lieber legen. Die Eier gehören der Kirche."
Das Färben der Ostereier geschah meist nach althergebrachter Weise. Überliefe-rungsgemäß überwogen die roten Eier. Um diese zu erzielen, nahm man das„ einwendige"rote Holz der Zwetschkenbäume und kochte es aus. Später nahm man Späne oder ge-kaufte rote Farbe. Auch mit Zwiebelschalen hat man Eier gefärbt und mit der Rinde vomDreidorn. Wenn man die Eier mit dieser gekocht hat, waren sie gelb. Es gab auch„, ge-streute" Eier. Die Mädchen schrieben auf die Eier, die sie den Burschen gaben, auchgerne mit Wachs darauf„ zum Andenken"( Rieg, Stockendorf). Es gab auch gekratzteEier( Masereben).
Naturgemäß war auch das Fasten in den drei Kartagen streng. ,, Manche alte Frauenhaben so gefastet in der Zeit, wo die Glocken weg sind, daß sie nur Brot und Wasser ge-gessen haben"( Unterlag).
3. Auferstehung
Die österlichen Feuerbräuche begannen gemäß der alten Liturgie in den Morgen-stunden des Karsamstags mit der Feuerweihe. Das für das Feuer benötigte Holz bestandwie schon erwähnt- aus den zerschlagenen Kisten. In Rieg gingen sie am Karfreitagabends mit einem Wagerl holzfechten( betteln) für das Feuer, in Gehag wurden die altenPalmruten mitverbrannt. Der Mesner entzündete das Feuer mit Stahl und Stein( Mösel,Koflern). Vom neugeweihten Feuer brachte man etwas in jedes einzelne Haus und gab esdort in den Ofen. Wer das Neufeuer brachte, war in den einzelnen Orten verschieden.Häufig war es der Mesner, der dafür eine kleine Entschädigung erhielt. 264,, Bereits jedesHaus hat a klans Brot bachn für den Mesner, der mit dem Feuer ins Haus kommen ist."In Kukendorf, Komutzen und Steinwand brachte ein Bewohner der Siedlung, der jährlichwechselte, das Feuer für alle. In anderen Dörfern holten es die Kinder( Stockendorf,Nesseltal, Tappelwerch, Suchen, Neugereut, Merleinsraut, Gehag) oder„ alle"( Altlag,Rieg). Zuweilen waren es die Ministranten( Göttenitz, Masern, Krapflern). Gewöhnlichbrachte man das Feuer mit Hilfe eines an einem Draht befestigten glühenden Baum-schwammes. ,, Alle kommen mit Waldschwämmen vom ganzen Sprengel, stehen herum,und wenn das Feuer um 1/27 Uhr geweiht ist, laufen alle damit davon"( Mösel). InSuchen trugen sie Glut auf einer Schaufel. ,, Und wir waren so froh, daß wir ein geweihtesFeuer im Ofen haben"( Merleinsraut). Etwas kam in den Herd, den Ofen und in denSchweinekessel hinein( Nesseltal). Die für den Feuertransport benötigten Buchen-schwämme legte man im Herbst schon auf den Dachboden zum Trocknen( Pöllandl).
Mit dem Bringen des neuen Feuers sind verschiedene Vorstellungen verknüpft. Esist ,,, daß man keine Not leiden braucht"( Lienfeld, Grafenfeld). In Masereben glaubteman, daß dadurch das Haus vor einer Feuersbrunst geschützt ist. In Reintal löschte manfrüher alle Feuer, ehe das geweihte kam, es war also eine richtige Feuererneuerung, dieaus der Gottschee bisher nicht belegt war. Das Fleisch wurde erst gekocht, wenn derMesner mit dem neuen Feuer da war( Göttenitz). Auch mit dem Backen des Osterbroteswartete man vielfach, bis das neue geweihte Feuer kommt. Das Osterbrot wird dannaußerdem noch einmal bei der Speisenweihe geweiht( Hohenegg). Auch hier löschte manin den Häusern vorher das alte Herdfeuer und zündete mit dem geweihten ein neues an., Während der Osterfeiertage darf dieses Feuer nicht abkommen. Kein Zündholz wirdangezündet. Vom Samstag bis Montag muß dieses geweihte Feuer immer brennen", einGegenstück zum weihnachtlichen Dauerfeuer. Dies gilt jedoch nicht für alle Orte der
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264 Masereben, Hohenegg, Schalkendorf, Langenton, Unterloschin, Obergras, Morobitz,Koflern, Mittergras, Mrauen, Warmberg, Komutzen.
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