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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
Entstehung
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machten dies in der Weihnachtszeit zu Dreikönig( Altlag, Gehag, Koflern). Beim An-nageln treffen wir häufig die Vorschrift, daß dies vor Sonnenaufgang erfolgen sollte. InKomutzen ging man beim Sonnenaufgang Christus schauen". Man konnte sehen, wermit ihm ist oder wer gegen ihn ist. Wer kein Kreuz aufgenagelt hatte, war gegen ihn.

Bevor man die Palmruten verwendete, war es allgemein üblich, die Kätzchen abzu-streifen. Diese gab man gewöhnlich dem Vieh am Karfreitag zu fressen, 257 und zwarauch bevor die Sonne aufgeht. Die Kühe wurden dann anschließend gemolken. WilhelmTschinkel 258 hat hier zusätzlich noch eine Aufzeichnung, die ich nicht machenkonnte: ,, Auch der Hirt bläst vor Sonnenaufgang sein Liedchen, damit seine Herde nichtsvon wilden Tieren zu fürchten habe." Daß auch Menschen drei Palmkätzchen schlucken,um während des Jahres von Halsweh verschont zu werden, wie dies in Österreich all-gemein bekannt ist, wird aus der Gottschee kaum berichtet. Auch daß Palmruten alsBlitzschutz unter das Hausdach kommen, ist selten. Meist wird der Palm anders ver-wendet, wie das bei den verschiedenen Terminen noch gesondert erwähnt wird. InEbenthal wirft man die Kätzchen am Gründonnerstag ins Feuer.

Während der Weihe hielten die Kinder in mehreren Ortschaften die Palmen mög-lichst hoch ,,, damit sie die größere Weich erwischen". Die Kühe kommen dann als ersteheim( Suchen), oder sie geben besonders viel Milch( Mrauen). Zu hoch darf man sieallerdings auch nicht heben, sonst gehen die Kühe beim Weiden durch( Mösel, Unter-lag, Göttenitz).

In Gehag und Merleinsraut eilte man bei der Rückkehr von der Weihe rasch in denStall, nahm den Palm auseinander, streifte die Kätzchen ab und schnitt das Grüne klein.Davon wurde dem Vieh sogleich etwas zum Fressen gegeben und der Rest aufbewahrt, sodaß man die ganze große Woche"(= Karwoche) etwas davon für das Vieh nehmenkonnte.

Die weitere Verwendung der Osterpalmen bezieht sich fast durchwegs auf dasVieh und den Acker. Es wird sehr häufig angeführt, daß in die erste Ackerfurche einStück vom Palm oder von den Kätzchen( ,, Mutzen") kam. 259 Die allgemeinste Verwen-dung fanden die Ruten beim Ackersegnen zu Sonnwend. Im 3. Kapitel über das Acker-segnen, Abschnitt Nr. 8, habe ich den betreffenden Stoff bereits vorgelegt. Er betrifft dasEinstecken von Palmen in jedes Feld, das Frucht trägt, einzeln oder in der Form einesschrägen Kreuzes, aber nicht wie bei uns zu Ostern, sondern eben zu Sonnwend. InMorobitz ging man am Pfingstsonntag vor Sonnenaufgang mit fünf geweihten Oster-eiern und einer Palmrute, die man nachzog, in der Richtung des Sonnenlaufes um dieganze Gemeindegrenze, grub die Eier an verschiedenen Stellen ein und schloß den Kreisdurch Rückkehr zum Ausgangspunkt. ,, Dann kann der Hagel nicht hinein in die Felder."In Graflinden ist die Hegung besonders deutlich, denn da zog man mit der Rute einengroßen Kreis, damit die Rüben gut wachsen.

Beim ersten Austreiben des Viehes aus dem Stalle im Frühjahr war es allgemeinüblich, jedem Stück Vieh mit einer Palmrute drei Schläge zu versetzen. 260,, Das Vieh

257 Göttenitz, Mrauen, Wetzenbach bei Rieg, Tiefental, Masereben, Unterloschin, Mösel,Warmberg, Kukendorf, Morobitz, Suchen( am Karsamstag), Verdreng, Mairle( am Ostersonntag),Gehag, Merleinsraut. In Göttenitz betonte man, daß das Vieh die Kätzchen auf nüchternenMagen fressen sollte.

258 Gottscheer Volkstum", 1931, S. 9. Die in meiner Arbeit mitgeteilten Aufzeichnungenstammen im übrigen alle von mir, wo etwas aus den meist ziemlich kurzen Abschnitten derLiteratur über das Osterfest übernommen wurde, habe ich das angemerkt.

259 Kukendorf, Koflern, Suchen, Verdreng, Graflinden, Prerigl, Stockendorf, Reichenau,Gehag bei Tschermoschnitz, Tschermoschnitz.

260 Ebenthal, Mösel, Göttenitz, Rieg, Stockendorf, Langenton, Komutzen, Obergras, Tappel-werch, Gehag( damit es keine Schlange beißt), Kukendorf, Unterbuchberg( die Rute soll dreiAugen am Ende haben), Merleinsraut, Graflinden, Prerigl, Tschermoschnitz.

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