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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
Entstehung
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Bett wird so gestellt, daß es zum Herrgottswinkel schaut. Der ist immer rechts, wennman zur Türe hereinkommt. Es kann auch ein Gerüst aus Stützen gemacht werden, überwelche man die Bretter legt.

Dem Toten zieht man gerne die Hochzeitskleider an, z. B. in Göttenitz und Katzen-dorf. Das kleine Braut- oder Bräutigamskranzl, das man von der Hochzeit aufhob, legtman dem Toten oft im Sarg unter den Kopf. Dem Verstorbenen zieht man häufigSchuhe an. Wenn die Kerzen schnell abbrennen, kommt bald ein anderer nach. Hat derTote das linke Auge offen, stirbt bald auch jemand weiterer, darum legt man Geld aufdie Augen, daß sie zubleiben. In Hohenegg war es üblich, einem männlichen Verstor-benen den Hut aufzusetzen, Pfeife, Stock und Rosenkranz mitzugeben und überhauptGegenstände, die ihm besonders lieb waren. Auch der Ehering folgt ins Grab mit. Wenner bei Lebzeiten bereits verlorenging und nicht wiedergefunden wurde, ist das unglück-lich für die Ehe, da stirbt einer der Partner bald( Masereben).

Geldbeigaben, wie sie z. B. bei den Slowenen üblich waren, werden in der Gottscheegewöhnlich verneint. In Hohenegg bestätigte man mir aber, daß man nach dem Hören-sagen dort dem Toten auch ein Zehrgeld( ,, Zehrgaud") mitgab. Aus Masereben kommtdie Erzählung, daß man den Toten vor alter Zeit bei einer Typhusepidemie drei Schil-linge in den Sarg gab, damit die Krankheit weggeht. Das soll auch eingetroffen sein. Unddann haben sie den Friedhof übergraben und das Geld kam wieder heraus und dieSeuche auch.

In Merleinsraut wurde in der Stube ,, eine Bahre gemacht, viel höher als ein Bett.Stühle, Bretter und Strohsäcke, schön hoch und mit Spitzen rundum. Darauf hat man denToten gelegt und mit einem Schleier zugedeckt. Die Leute sind gekommen besprengen, dahaben sie abgedeckt und dann wieder drübergelegt. Erst wenn der Pfarrer gekommen ist,haben sie ihn herunter und in den Sarg gelegt und alles rasch gleich hinausgetragen. Dasmußte sein. Dem Toten hat man mit Weihwasser noch das Gesicht gewaschen und diezusammengebundenen Füße aufgemacht. Strümpfbandln muß er auch haben und alleswie im Leben. Auch Schuhe und Taschentuch und ein Paternoster und Gebetbuch, aberkein Geld. Im Sommer haben sie ihm Wasen aus dem Garten unter die Arme und überall,das hat ihn frisch gehalten. Und ein Schaffel unter die Aufbahrung. Das hat geholfen."Auch in Rieg gab man ein Schaff Wasser unter die Leiche, man leerte es später in denWiesen aus. Alles wurde schön hergerichtet mit Kerzen und einem Weihwassergefäß.

An den Abenden, solange die Leiche im Hause war, wurde Totenwache gehalten.Hohenegg: ,, Vor Mitternacht die Jungen. Dann der Rosenkranz gebetet und das Toten-essen( Toatnassn'), Brot und Wein oder Most und Schnaps. Nach Mitternacht die ver-heirateten Frauen und Männer. Man hat Geistergeschichten erzählt, Hexereien, von Tür-ken und Franzosen. Auch Spiele gespielt, z. B., Weißtäuble ischt äusgewlohen in hiasche.Alle legen den Zeigefinger auf den Tisch, einer ist der Anführer und sagt das. Man kannden Finger nur heben bei etwas, das die Taube frißt. Man hat müssen ein Pfand geben,wenn man zu viel oder zu wenig gehoben hat. Oder wenn der Anführer bei etwas denFinger hebt bei was, das die Taube nicht friẞt. Ausgelöst wurde mit Strafen, sich selbstausschimpfen oder sonst was Lustiges tun. Von dem Verstorbenen darf nur gut gespro-chen werden." Die Spiele waren allerdings nicht in allen Orten üblich. In Mösel wurdensie ausdrücklich verneint. Hingegen waren gute Geschichtenerzähler für diese Gelegen-heit sehr gesucht. Auch das Singen beim Totenwachen war anscheinend nicht überall. FürAltlag, Langenthon, Pöllandl, Komutzen und Tschermoschnitz ist es jedoch gut bezeugt.In Altlag sangen sie z. B. das folgende Lied:

Maria geht wandern mit einer armen Seel,

da klopfet an Maria mit ihren zwei Fingerlein.

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