Die Trauung ist jetzt gewöhnlich am Sonntag, früher war sie am Montag. AmDonnerstag wurden die Möbel geholt. Da haben sie einen Leiterwagen genommen, anden Ecken vier kleine Fichten mit Bändern, die Musik hat gespielt, das war schön undlustig. Vom Kranzleinsbinden und vom Baumbeten am Morgen des Hochzeitstages warnichts zu erfahren. Am Sonntag in der Früh sind sie in die Kirche zur Beichte undKommunion, und dann ins Pfarramt, da hat der Pfarrer noch a biẞl a Lehr geben.
Wenn der Bräutigam gekommen ist, hat die Braut durch den Ehering geschaut, daßsie ihn erblickt, daß die Kinder ähnlich werden. Die Haustür ist zugemacht und allesstill drinnen, als ob niemand zu Hause wäre. Dann hat der Staraschina geklopft undgesagt, was ist das, wo sind die Leute? Bis eine alte Frau herausgekommen ist undgefragt hat, was wollen sie? Hier ist niemand zu Hause. Da haben sie gesagt, wir sindgekommen um die Braut abzuholen. Zuerst haben sie eine Barbm aus Stroh ausgegeben.Die wollen wir nicht, wir wollen die junge haben. Dann ist die Köchin heraus. Derhaben sie ein Tüchl umgebunden. Da habt ihr's, jetzt kriegt ihr aber nicht mehr. Dahaben sie aber immer noch nicht wollen gehen. Jetzt ist die Kranzljungfer Glossar ::: zum Glossareintrag Kranzljungfer an die Reihegekommen. Da haben sie gesagt, na, die nehmen wir auch an, zurückgeben tun wir sienicht mehr, aber wir wollen noch eine haben. Dann ist die Braut gekommen, da warensie froh: jetzt, ja jetzt! Die haben drinnen ein bißl getrunken und da ist es lebendig ge-worden, sie haben zu spielen angefangen. Bevor sie die Braut herausgegeben haben, istdie Braut vor den Eltern niedergekniet und hat um Verzeihung gebeten und ein biẞlgeweint. Alle Hochzeitsleute sind zusammengekommen in einem Kreis und die Mutterist dreimal um sie herum und hat sie mit einem Zweigl mit Weihwasser besprengt; sie istgegen den Uhrzeiger gegangen. Dann sind sie zum Wagen und zur Kirche.
Die Burschen im Dorf haben oft der Braut den Weg versperrt. Ein Ort auf derStraße wurde ausgesucht, wo der Brautwagen die durch eine Stange abgesperrte Straßenicht passieren konnte. Kränze wurden gemacht und auf die Stange gehängt, auch einBaum wurde manchmal hingestellt. Einmal haben sie einen Schranken aus zusammen-gehängten Uhrketten gemacht. Ein Tisch war dabei mit Gläsern. Die Buben haben sichdann davor hingestellt und die Braut nicht durchgelassen. Sie haben so und so viel ver-langt und dann begonnen zu handeln. Das Geld hat Leikauf geheißen. Sie haben gehan-delt, wie man um Kühe handelt. So viel ist sie wert! Nein, das ist sie nicht wert, usf.Wenn endlich der Betrag beschlossen wurde, mußte der Brautführer zahlen. Die Bur-schen haben das Geld dann versoffen. Hinterher haben dann die anderen gespottet: vielmehr hättet ihr bekommen, wenn ihr uns nicht durchgelassen hättet, die Braut war ja vielmehr wert. Manchmal ist es auch zu Raufereien gekommen, wenn sie sich nicht habeneinigen können. Das Absperren ist nur, wenn sie in ein anderes Dorf geheiratet hat.
Die Braut muß bei der Trauung Geld bei sich haben, dann hat sie immer Geld. Kornhat sie aber nicht eingesteckt. Bei Schnee und Regen werden sie sich schlecht vertragen.Einige treten dem Bräutigam gern auf die Fersen beim Hineingehen, aber sie haben dasnicht wollen. Eine Braut hat zum Himmel geschaut, wenn sie über die Schwelle derKirche getreten ist. Brautstehlen ist nicht üblich.
Wenn die Braut kommt, wartet die Mutter vom Bräutigam mit einem schönen Brotund einem Liter Wein und zwei Gläsern. Und die Braut muß bitten: Mutter, nehmtmich an, grad so, wie Sie Ihren Sohn lieben, sollen Sie auch mich lieben( liabai Müatr,nimet mi aüf vir eier Kint krot so bia aiar Shün und hubet mi gearn). Sie haben sichauch umarmt und geküßt. Zucker in den Wein und mit einer Gabel umgerührt und dannmit Vater und Mutter getrunken. Das Brot hat die Köchin extra gehalten. Darauf warenwie Spieße mit Bäckereien, Vogerln drauf, und das ist in das Brot eingesteckt, das istim Winkel von Braut und Bräutigam auf den Tisch gekommen.
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