buama". Der Tanz führt im deutschen Sprachraum eine kaum überschaubare Menge vonNamen. 141 Nach dem einleitenden Rundtanz stehen die Partner einander gegenüber,stampfen dreimal, klatschen dreimal in die eigenen Hände, drohen dreimal mit demrechten Zeigefinger, dreimal mit dem linken und drehen sich abschließend einmal umsich selbst. Den bekanntesten Singtext dazu enthält in Deutschland der Kindervers ,, mitden Füßchen trapp, trapp, trapp". Die Ausführung in Masereben scheint etwas andersgewesen zu sein, denn dort sagte die Gewährsperson: ,, Sie zeigt ihm die Feige und erlaßt sie stehen und tanzt mit einer anderen."
Die Schuster polka"
Auch der zweite Gottscheer Gebärdentanz, die„, Schusterpolka", ist bei uns sehr ver-breitet. Nach acht Takten Rundtanz bleiben die Paare stehen, lösen die Fassung undmachen nun einige Gebärden des Schusterhandwerks, Pechdrahtwickeln, Hämmern usf.,, Die Arbeit wird gezeigt, dann tanzen sie miteinander", hieß es in Altlag. Das Vor-kommen der Schusterpolka stellte ich auch in Ebenthal, Stockendorf, Langenton, Stein-wand und Komutzen fest.
6. Geschicklichkeitstänze
Von diesen wurde der„ Achtertanz" bereits geschildert. Ein besonderes Gleich-gewichtskunststück ist das Tanzen mit einem Glase oder einer Flasche auf dem Kopf. Wirkennen es aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Spanien usf. In der Gott-schee erzählten sie in Göttenitz vom Tanz mit einer Flasche auf dem Kopf als Geschick-lichkeitsprobe.
7. Tanzspiele
Der„, Spiegeltanz"
Von ihm hörte ich in Masereben, aber nur den Namen. Es ist anzunehmen, daß dieAusführung der bei uns üblichen ähnelte. Ein Mädchen sitzt auf einem Stuhl und blicktin einen Spiegel, die anderen umtanzen sie im Kreis. Von hinten wird der Sitzenden einTänzer zugeführt, den sie nur im Spiegel erblickt. Wenn er ihr nicht gefällt, wischt siemit einem Tuch über den Spiegel. Andernfalls tanzt sie mit ihm und er nimmt dannihren Platz ein und Mädchen werden ihm zugeführt.
Der ,, Besentanz"
Unter diesem Namen birgt sich der Tanz mit einem Überzähligen. Bei einem be-stimmten Signal muß er versuchen, auch für sich eine Tänzerin zu ergattern, so daß einanderer allein übrig bleibt. In Reichenau und Mairle war das Tanzgerät ein Besen, dender für sich allein Tanzende in der Hand hielt, daher der Name ,, Besentanz". Wenn derSolist den Besen hinwarf, mußten alle Paare auslassen und einen neuen Partner fassen.Das verschaffte dem Überzähligen die Möglichkeit, auch zu einer Tänzerin zu kommen,wenn er schnell genug war.
Der„ Polsterltanz"
Keiner weiteren Beschreibung bedarf dieses Tanzspiel mit seiner Partnerwahl, demNiederknien auf dem Polster und dem Küssen. Die Ausführung ist ja allbekannt auch beiuns. Er wird gerne als Abschluß einer Unterhaltung getanzt, so z. B. auch in Reichenau.Sein Vorkommen berichtete man mir ferner in Masereben, Morobitz, Altlag, Steinwand,
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141 Wolfram, Volkstänze( vgl. Anm. 137), S. 154.