Walgen, dann wie Zweischritt rechts und links, gelaufen. Dann lassen sie aus undklatschen etwas und sind auseinander und haben einen anderen Partner gesucht."
Masern
Auch hier kam zuerst das Dirndldrehen, dann die schon bei dem Abschnitt über denReigen geschilderten Kettentanzfiguren. Die weiteren Angaben lauteten:„ Schon aucheine Figur dabeigewesen wie das Nackenjoch. Das Ganze wurde gelaufen. Auch etwasgesungen zum Steirischen, das wissen nur mehr die Alten( 1953). Wenn der Kreis war,haben sie Seitwärtsschritte gemacht. Wenn sie geringelt haben, hat er das Mädel gedrehtund ist mit kleinen Schritten nachgegangen. Auch Rücken gegen Rücken, aber nicht wiebeim Walgen gleich weitergedreht, sondern eine Zeit getrippelt in dieser Haltung. Und eswar eine Hetz und ein Lachen. Und wenn sie sich so verdreht haben, ist doch auf einmalwieder der ganze Kreis richtig."
Göttenitz
,, Die Tänzerin unter der Hand gedreht, auch so getanzt, daß sie einmal nach vorngeht und dann er. Der Schlangenlauf( Kettenfigur) war da nicht."
Bloẞ erwähnt, ohne nähere Angaben, habe ich das Steirischtanzen ferner noch ausAltlag, Langenton und Grafenfeld.
3. Der„ Achter"
Trotzdem es sich offenbar um einen häufigen Tanz handelte, erfuhr ich von ihmnur aus dem einzigen Orte Rieg. Ein Beispiel dafür, wie leicht etwas durch die Maschenschlüpfen kann, wenn man eine Sache nebenher betreibt.
Der„ Achter" ist ein Geschicklichkeitstanz der Burschen. Bei ihm kann man aller-dings auch alte Sinnbildlichkeit vermuten, die den Tanz in einer frühen Schichte an-siedeln würde. 188 Den Namen führt er daher, daß ihn acht Burschen ausführen. Siefassen einander an den Händen und gehen im Kreis. Dann läßt sich jeder zweite mitden Beinen voran zur Mitte gleiten, so daß sie sich im Mittelpunkt gegenseitig stützen.Etwas über dem Boden in der Luft hängend werden sie von den vier anderen getragen,die sich in der Kreisrichtung weiter bewegen. Was entsteht, ist das Bild eines sich dre-henden Vierspeichenrades. Nach einem Zwischenspiel neuerlichen Kreisgehens werdendie Rollen von Trägern und Speichen gewechselt.
Der nur im deutschen Sprachbereich und außerdem noch in Dänemark vorkommendeTanz wird in Bayern und der Schweiz als Darstellen eines Mühlrades aufgefaßt. Viel-leicht spiegeln sich ältere Bezüge( rituelles Feuerbohren) in den österreichischen Namen,, Radbohren"( Niederösterreich),„ Radnaberbohren“( Kärnten, Lavanttal). Die Gott-scheer tanzten ihn bei geselligen Anlässen wie dem Kukuruzschälen.„ Der Tanz ist vielvorgekommen."
4. Gesellige Paartänze
Walzer und Polka brauchen keine weiteren Erläuterungen.
Offenbar nahe mit dem Walzer verwandt war der„ Schleifer". Außer einer Er-wähnung in Rieg habe ich zu ihm noch eine Angabe aus Morobitz:„ Eine Art Walzer,man hat etwas geschliffen dabei und ist in die Knie gegangen." Auch Mösel gibt alsKennzeichen an: ,, Nur mit den Knien nachgeben."
188 Wolfram, Volkstänze( vgl. Anm. 137), S. 64 f.
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Wolfram
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