schlüpft, bis wieder alles herausgekommen ist in einer geraden Runde. Es war ein ganzesKnäuel beim Durchschlüpfen, so daß einer rückwärts getanzt hat und dann wieder einerdurchgeschlüpft und so lang bis es wieder heraus war." Die weiteren Figuren, welche die1953 schon 78jährige Gewärtsfrau erwähnte, gehören aber zweifellos dem Werbetanz mitseinem Handspiel an. Wir kommen darauf gleich beim Betrachten des Steirischtanzeszurück.
Der Kettentanz ist ferner noch aus Ebenthal bezeugt:„ Reigen, einander bei denHänden gehalten, geschlossener Kreis."
2. Der„ Steirische"
Schließen wir hier gleich die formenreichste Tanzart an, den ,, Steirischen“. Dieserist die gebirglerische Abart der zur Gesamtgruppe der„ Ländler" gehörenden österrei-chisch- süddeutschen Werbetänze. 137 Er führt verschiedene Namen, in Salzburg z. B.,, Wickler", heißt aber auch außerhalb der Steiermark ,, Steirischer", z. B. in Kärnten. ImSteirischen ist der Werbetanzcharakter des Ländlers am graziösesten und phantasie-vollsten ausgebildet, vor allem durch das Spiel der gefaßten Hände. Der tirolisch-bayrische Schuhplattler" zeigt sich robuster und gar in Oberösterreich wurde der,, Landlerische" zu einem höchst komplizierten und völlig gleichmäßig getanzten Grup-pentanz der Burschengemeinschaften, bei dem nicht mehr die Tänzerinnen im Mittel-punkt der Aufmerksamkeit stehen.
Der Gottscheer ,, Steirische" wurde wie in der Ost- und Südsteiermark gelaufen undvon den Burschen nicht in einem wiegenden Nachstellschritt getanzt wie sonst meist.Dieses Laufen ist ein altertümliches Kennzeichen. Übereinstimmend mit den österreichi-schen Formen beginnt auch der Gottscheer ,, Steirische" in der Regel damit, daß derBursch das Mädchen unter seiner erhobenen rechten Hand dreht. Des öfteren bezeugtist eine weitere Figur, welche in Österreich ,, Walgen" genannt wird. Die Partner drehensich in Beidhandfassung unter ihren erhobenen Armen abwechselnd auseinander undzueinander, so daß sie einander einmal den Rücken und dann wieder das Gesicht zu-kehren. Im einzelnen lauten die Aussagen der Gewährsleute über das Steirischtanzen inder Gottschee folgendermaßen:
Masereben
,, Steirischer wurde stark getanzt, jetzt( 1941) noch hie und da. Zuerst das Dirndl-drehen unter dem Arm, dann dreht er sich aus, dann Walgen, dann Walzer."
Morobitz
,, Beim Steirischen draht er das Mädel unter dem Finger, dann kommt das ab-wechselnde Drehen( Walgen). Dann lassen die Burschen ihre Mädchen aus, klatschen3 bis 4mal und die Burschen haben sich ein anderes Mädel genommen. Wenn einer zu vielwar und übrig blieb, wurde er ausgelacht." Hier ist also mit dem Steirischen auch dasSpiel mit dem überzähligen Tänzer verbunden wie beim Besentanz.
Mösel
Der Partnerwechsel kam auch in Mösel vor. Die Worte der Gewährsleute lauteten:,, Beim Steirischen dreht zuerst er das Mädel, dann dreht sie ihn, dann das( beidhändige)
137 E. Hamza, Der Ländler, Wien 1957; R. Wolfram, Die Volkstänze in Öster-reich und verwandte Tänze in Europa, Salzburg 1951, S. 173-195; ders.: Die Volkstanznach-richten in den Statistischen Erhebungen Erzherzog Johanns, in: Volk und Heimat, Festschriftfür V. v. Geramb, Graz 1949, S. 271-305; ders.: Österreichischer Volkskundeatlas, 5. Lie-ferung, Wien 1974, Karte 87 a, Die Hauptformen des Ländlers und dazu Kommentar S. 23-26.
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