wird verprügelt. Das, Wanschtern'( Fensterln) oder, Gasse gehen ist mehr zur Unter-haltung überhaupt. Ein Bursch von einem anderen Dorf mußte sich unterwerfen und gutaufführen, oder er wurde verprügelt.
Wenn sie assentiert werden, binden die Mädchen den Burschen den Buschen, dieSträuße. Sie schmücken auch den Wagen, mit dem sie fahren. Es wird schon geweint,wenn sie wegfahren, es ist aber doch ein Stolz, wenn der Schatz tauglich ist. Dann singtman das Lied:
Der helle Tag bricht an,
er scheint die liebe Sonne,
da weint wohl manche Mutter
um ihren lieben Sohn.
Ach Mutter weine nicht,
es ist ja meine Pflicht,
der Kaiser will's so haben,Soldaten müssen sein.
Hintennach gab es oft Schlägereien zwischen den Burschen verschiedener Orte."Bemerkenswert ist in Ebenthal die Wahl des Anführers. Das Begießen mit Wein istwohl eine Art Taufe. Der Name„ ,, Platte" fällt auf. Er ist sonst hauptsächlich in Wienbekannt für den Zusammenschluß von jungen Männern einfacheren Standes, in Wienhaftet dem Namen auch etwas Odioses an. Einem ,, Plattenbruder" traut man Grobheit,Rauflust zu, auch kriminelle Züge können einfließen. In der Gottschee ist die Bezeich-nung ,, Platte" jedoch nicht bloß in meiner Aufzeichnung aus Ebenthal zu finden, son-dern gleichfalls in Mösel. 181 Da der Name sonst in ländlichen Gebieten Österreichs nichtvorkommt, ist damit zu rechnen, daß ihn Wanderhändler aus der Reichshauptstadt indie Gottschee verpflanzten. Der Name„ Zechmänner"( Koflern) schließt hier viel eher andie bäuerliche Tradition an. Ich erinnere an die zahlreichen Jungmännerbünde des ober-österreichischen Innviertels, die alle den Namen„ Zechen" tragen.
Altlag
,, Die jüngeren Burschen mußten sich bei den älteren einkaufen, dann durften sieauf den Dorfplatz heraus. Sonst wurden sie heimgejagt, wenn sie nicht bei der Assentie-rung waren. 18 Jahre mußte man sein. Es wurde ihnen gesagt, so und so mußt du dichverhalten. Nichts ausplauschen, sonst wurde er wieder heimgeschickt. Der Älteste warimmer der Anführer.
Einem Mädel, das sie nicht wollten, haben sie einen Strohmann zum Fenster ge-hängt. Auch Wagen haben sie auf das Hausdach. Oder sie haben die Stössel aus einemWagen herausgenommen in der Scheune und die Räder sind heruntergefallen, wenn derBauer ihn nehmen wollte.
Einer, der krank war, wollte werben. Da haben die Buabn einen Sitz auf das Dachdes Hauses gemacht, wo das Madl war, und eine Kerze hinein.
Zum Namenstag sind sie mit einer Harmonika gegangen und haben mit Reindl-deckeln und so Lärm gemacht, einen Topf als Trommel. So haben die Burschen dem auf-gespielt."
Mösel
,, Die Burschen haben sich einkaufen müssen am Johannisabend, meist mit ein paarLiter Bier, ein paar Stiefel( Doppelliter). Bedingung war, daß sie sich entsprechend
131 Zettelkatalog des Bayerisch- Österreichischen Wörterbuches der Österreichischen Aka-demie der Wissenschaften, Wien.
85