man gashüngen. Schon den ersten süßen Most hat man gehabt und lustig war es nachherfür die jungen Leute."
bra tristed me
Für das Aufhängen hat man Ketten genommen von Heu- oder Holzfuhren. Die be-festigte man am Tram oder unter dem Dach. Auch Seile wurden verwendet und Stangen.,, In der zweiten oder dritten Septemberwoche wird der Kukuruz eingeführt, das Abfasernist gleich anschließend. Die Erdäpfel sind da schon vorbei, die sind das erste. Das zweiteist der Kukuruz, das dritte ist das Krauteinstoßen"( Ober Mösel).
Die zusammengebundenen Kolben, die auswendig an der Hausmauer gehangensind, haben Zöpfe geheißen. Sie hingen bis Mitte oder Ende Oktober, sonst sind dieVögel gekommen. Vor Einbruch des schlechten Wetters hat man sie herunter, daß sienicht feucht wurden, sonst lassen sie sich nicht reiben." War der Mais nicht ausgereift,wurde er auch auf dem Ofen gedörrt.dil
Für den nächsten Arbeitsgang durften die Körner nicht mehr weich sein. Das Ent-körnen- ,, Reiben" geschah wieder in Gemeinschaftsarbeit. Es gab verschiedeneMöglichkeiten. Entweder rieb man die Körner eines noch vollen Kolbens mit Hilfe einesbereits leeren Kolbens ab, oder man hatte eine Schlaufe mit einem Lederriemen und ein-geschlagenen Nägeln, denen die Spitzen abgeschlagen waren, die man zum Abreiben ver-wendete. In Kliendorf schlitzte man am Kolben eine Reihe mit einer Gabel auf, mannannte das„ ,, Striaẞn". Damit hatte man einen Ansatzpunkt. Im Hinterland war dasnicht.
Die Körner wurden aufgeschüttet, daß sie gleichmäßig trockneten, dann in Säckegefüllt und in eine Mühle gebracht. Man ließ feines oder dickes Mehl reiben.„ Es hatbesser geschmeckt wie alles Mehl, das man hat gemüaßt kafn"( Hinterland).„ Das Mahl( Mehl) ischt a weines( feines) Mahl gewanen. A nägeldickes Rahmle ischt gebanen aufder Milich" wenn man mit Mais gefüttert hat( Klindorf). ,, Die leeren Kolben hat mangepleilet auf einem Holzstock mit dem Moiẞl und dann in a Schaffle eingeweicht, Salz-wasser die Nacht drüber. Am Morgen den Milchkühen geben, da haben sie mehr Milchgegeben. Sie haben es in Stücke zerpleilet"( Mitterdorf). ,, Die Zapfen vom Kukuruz hatman immer in den Bach getragen"( Verdreng). ,, Welcher beim Kukuruzschälen denletzten findet, der soll einen goldenen Taler finden darin"( Unter Loschin).
Für die Buben war das„, Kukuruzbraten" eine schöne Sache, wenn die Frucht nochauf dem Felde war. Es wurde im Herbst von den Erdäpfeln abgelöst.
21. Krauteintreten
Das Gottscheer Sauerkraut war berühmt und eine wichtige, vitaminhaltige Nahrung.,, Das wurde täglich gegessen( im Winter), man hat blühend ausgesehen dabei"( OberMösel). Zubereitet und konserviert wurde das Kraut in großen Bottichen. Ich führe zweiSchilderungen dieser Arbeit an:
,, Der Vater hat ganz weiße Hosen angezogen und weiße Socken. Zuerst hat mandie Krautköpfe entstengelt und zerschnitten in halbe. Dann wurden sie geschnitten undin den Bottich getan und der mit den weißen Socken hat getreten. Kümmel und Salzhineingeschüttet. Eine Reihe von Köpfen hat man zwischen das geschnittene Kraut ge-legt, die aber nicht so fest getreten. Das Kraut war schöner. Das mußte so lange getretenwerden, bis das Salzwasser von unter heraufgekommen ist. Es waren Bottiche vonca. 700 Litern"( Morobitz). ,, Man hat den Bottich mit, Prittl'( Brettern) abgedeckt, wel-che der Rundung des Bottichs angepaẞt waren( und nicht auf dem Rand auflagen), undschwere Steine hinauf. Wenn es angefangen hat zu gären, sind Blasen aufgestiegen. Dawurde abgeschöpft. Das Kraut reinigt sich. In ca. 3 Wochen war das Sauerkraut fertig,wenn es nicht zu kalt war. Aber das war es meistens nicht, denn es waren tiefe Keller."
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