drehen( Tellerreiben) usf.„ Die Burschen haben gesungen, aber keine besonderen Liederfür das Hirsereiben. Most und Obst wurden gereicht."
Das Reinigen der Hirse machten dann die Hausleute am nächsten Tag. ,, Die Körnerwaren noch in einer Hülle, das mußte geputzt werden. Das Reinigen geschah mit derHand. Eine Frau hat sich hingesetzt in der Diagonale von einem Eck zum andern. Miteiner hölzernen Schaufel hat sie die Körner in ein Eck geschmissen, die Körner sind in dieEcke geflogen, die Spreu vorher herunter." Dazu machte man beide Türen auf.
Als Spaß haben sie in eine Garbe auch einen Besen hineingesteckt. Wenn eine datrotzdem getreten hat, haben die anderen gelacht und gesagt, die wird einen Wittmanheiraten"( Masereben).„ Beim Hirsereiben kommt in die letzte Garbe was hinein unddann wird das Mädel einen Witwer heiraten, welche diese holt. Die Garbe heißt der, Wippa'( Mösel)."
Zu dieser sehr altertümlichen Art des Austretens wird im Schlußkapitel noch einigesVergleichende gesagt.
19. Farnkraut schneiden
,, Ende September und in den ersten Oktobertagen mußte man Farnkraut einbringenfür Streu. Mit dem Heu dazwischen. Das meiste war über zwei Stunden zu fahren, wo esgeholt wurde. Näher als 4 Kilometer war keines. Schon in der Finsternis ist man hinaus,und auf was für Wegen! Einer hieß der, böse Tritt'. Man hatte provisorische Wege. Daswar oft nur mit Ochsengespann möglich, über die Platten. Es waren breite und hochaufgeladene Fuhren, es war ein Kunststück, daß es nicht gekippt ist. Bei den GründenJonkes war der Farn so hoch, daß beim Mähen in einer Doline ein Mäher den anderennicht sah. Zwischen den Felsen muß man den Farn mit der Sichel einzeln herausschnei-den"( Ober Mösel).
,, Furbm geschnitten mit der Sichel. Zwischen Bauch und Oberschenkel ein Büschelhereingepreßt und mitgetragen, bis es groß genug ist, daß man es hingelegt hat. Quergelegt, eine hockende Stellung. Oder wo es dicht war, einfach. Ist einer der bestenDünger. Als Streu genommen hat man es besonders für Schweine. Gegen Rheuma auchein Heilmittel, um's Knie herum oder so"( Aufz. 1974).
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20. Maisernte
, War a schianer Herbischt, hat man den tirkischen Woaze gelassen ausreifen. Dasischt wieder a großer Feiertag gewesen, den Woaze hoam. Mit der Sichel außerschneiden"( Hinterland). Entweder wurden die Kolben auf dem Acker von den Stämmen gebrochenund in Korbwagen heimgeführt, oder die ganzen Stämme samt Fruchtkolben. Die„ Tsagla"( Kolben) wurden dann erst dort abgetrennt.
Die Bearbeitung des geernteten Maises geschah in zwei Gängen. Zuerst mußte manihn zum Trocknen herrichten( ,, wäschn") und dann entkernen( ,, Boitsareibn"). Das Ab-fasern( waschen) der in ganzen Fuhren hergebrachten Maiskolben dauerte mehrereAbende. Dazu taten sich die Nachbarn und überhaupt ein größerer Kreis zusammen.Auf langen, niedrigen Bänken oder mitgebrachten Schemeln saßen die Mädchen in dergroßen Stube um die in der Mitte aufgehäuften Kolben. Sie entfernten die Deckblätterbis auf drei oder vier und gaben die Kolben so in Körbe. Die hinter den Mädchen sitzen-den Burschen übernahmen die Körbe und knoteten je vier Kolben zu einem Zopf zusam-men, der zum Trocknen aufgehängt werden konnte. Das geschah dann an der Hauswand,unter Dach oder auf der Harfe( Trockengerüst).
Es gibt sehr lebendige Schilderungen von dieser Gemeinschaftsarbeit. Die Kinderhaben den Arbeitenden die Kolben„ zugebollert"( zugeworfen).„ Schiane Liadlein hat
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