ersten Augusthälfte wurde auch der Hafer eingefahren. War das Wetter günstig, so wardas in der Harfe trocknende Getreide nach zwei Wochen so weit, und dann erklang ausden Tennen das dumpfe Dröhnen der Dreschmaschinen."
Die zuweilen architektonisch bemerkenswerten großen Trockengestelle sind nichtauf die Gottschee beschränkt. Über ihre Verbreitung ist im Schlußkapitel einiges gesagt.Wer keine Harfe besaß, verwendete, wie im Großteil Österreichs auch einst üblich, senk-recht in den Boden gerammte Stöcke mit Astansätzen, um die Garben auf ihnen aufzu-stecken. In der Gottschee heißen sie ,, Rackler", Einzahl ,, Rockl".
Auf einem ,, Haufen" sind meist 6 bis 10 Garben. Ein ,, Shöklein" war der Namefür 5 Garben, ein großes Schock sind 60 Stück( zwölfmal fünf), das ist ein„, Schöber"( Ebenthal).
Um den Getreideschnitt ranken sich natürlich auch verschiedenartige Bräuche undVorstellungen. Die meisten heften sich an den Arbeitsabschluß. ,, Wer beim Schneidenausgeschnitten wurde( d. h. zu langsam war, so daß die anderen ihr vorkamen), da hatman einen Hasen gemacht"( Altlag). ,, Wer die letzte Garbe schneidet, die hot in Bankert"( Masereben).„ Die letzte Hirse- Garbe ist der, Witwer'. Die Mädel wollen sie nicht haben,sonst muß sie einen Witwer heiraten. Wenn man die letzte Garbe schneidet und nachträgtzum Haufen, kriegt man eine Wiege"( Ebenthal).„, Beim Schneiden und Böschel Hin-legen auf dem Acker: wenn sie vergessen, eins auf die Garbe zu geben, dann sagt man,glaubst du, ich werd dir ein Binkle nachtragen?"( Morobitz). ,, Der letzte Schnitt auf demAcker, da hat die Schnitterin davon einen Laib( Brot) gekriegt zu Weihnachten"( Rieg).,, Beim Schneiden, welche die erste beim Acker herausgekommen ist, war die Glückliche.Sie hat den Weg gemacht für den Bräutigam"( Göttenitz).„ In Gottes Namen, daßman's gesund verspeisen möchte", hat man gesagt, wenn man fertig war mit dem Schnitt( Pöllandl).
16. Dreschen
,, Im Herbst, wenn das Korn eingebracht war, hat man mit der Drischel noch vierTäg gedroschen. Das erste, wie der Boden voll war mit Korn, mit den Schlägen dreimalim Kreis herumgefahren wie ein Kuchen( mit dem Uhrzeiger) und sie haben gesagt:, InGöttisch Jeschisch Numen, alls geshegnet, daß es alls geshegnet bar, daß man das ganzeJahr genug hat"( Mairle).
,, Beim Dreschen um 4 Uhr aufstehen. Viererdrusch. Wenn es fertig war, haben sienur auf die bloße Tenne geschlagen"( Masereben).
,, Der Takt war: Picka, Pocka, Picka, Póck und Pause. Wenn man für das Dachein Stroh gebraucht hat, die Garben mit den Ähren auf ein Brett hinschlagen ,, plischten( ausschlagen). Auf an Haufn hing'schmissn. Dann hat man mit einem Rechen das Strohausgekämmt, es war dann das reine Stroh, das hat man gleich lang gemacht, das war dieSchkuapm. Die Schkuape hat man mit Bandlain gebunden, unten schön gleichmäßiggemacht. Oder auch hat man handgetriebene Dreschmaschinen gehabt. Im ersten Welt-krieg haben es die Frauen tun müssen, die Nachbarn. Es war kein austreten lassen( desGetreides) durch Tiere., Auswinden'( reinigen): mit der Schaufel von einem Eck zumanderen geworfen. Später hat man die Windmühle(, Mihle') gehabt., Uomol' ist dieSpreu vom Hafer, für die Matratzen"( Aufz. nach einer gemischten Gruppe von Ge-währsleuten 1974).
Vom Dreschen mit der handgetriebenen Maschine gibt es eine sehr lebendige Schil-derung in der Gottscheer Zeitung. 69 War das ein Menschengewimmel im Staub, wardas ein Gestikulieren und Hin- und Herrennen in dem unbeschreiblichen Lärm! Der
69 L. Kren( wie Anm. 64).
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