hat nur zwei Eggen gehabt. Man hat Äste in die Egge hinein, damit die langen Zähnenicht zu tief in den Boden gehen"( Gewährsleute aus verschiedenen Gegenden).
Waren Türken und Kartoffeln noch nicht sehr verunkrautet, gab es eine freie Zeit,die zum Herrichten der Bergwiesen ausgenützt wurde. ,, Geaba Schreeba rachn." In denBergheu- Anteilen mußten die Folgen des Winters beseitigt werden: niedergebrocheneBäume, trockene Äste, Laub. Im Vorübergehen konnten auch einige junge Fichten umge-schnitten werden, um mit den feinen Zweigen(' s Plischoch) die Streu zu verlängern.
12. Jäten, Kukuruzarbeit
Die Doline hat mehr Feuchtigkeit, da hat man in der Doline gebaut.„ A trucknsJuhr ischt besser wie zwoi nosse." Bei der Rinshe gedieh der Kukuruz viel besser.
Das Jäten war immer wieder notwendig. Wer keine allzugroßen Felder hatte, ginges beim Kukuruz mit der Haue an. Die größeren Besitzer, die Hübler, fuhren mit demHackpflug zwischen den Reihen durch. Dann mußten sie allerdings mit der Haue inHandarbeit das Unkraut aus den Saatreihen selbst entfernen.
Nach dem Mais galt es das Kartoffeljäten, dann die Futterrüben usf.
Den Kukuruz hat man möglichst ausreifen lassen. Es war oft ,, so spat, daẞ es schonist kout geban( kalt gewesen ist). Zum Teil schon Schnea getriebn, bis die galen( gelben)Körner haben herausgesän". Im Hinterland, bei einer Höhenlage von 700 m, hat manden Kukuruz oft schon halbreif herausnehmen müssen.
Im Zusammenhang mit dem Kukuruz sei eine kennzeichnende Gottscheer Bären-geschichte angeführt. Die Kukuruzkörner haben, solange sie nicht reif sind, viel Milch,sie sind eiweißhaltig. Der Bär hat das geliebt. Er hat nie am Feldrand gefressen, nurdrinnen, damit man nicht sieht, wer drinnen haust. Der Gewährsmann kam einst zueinem Maisfeld und hörte etwas. Er blieb stehen, da walgten auf einmal zwei jungeBären heraus zu seinen Füßen. Sogleich richtete sich drinnen im Feld eine Bärin auf undbegann zu brüllen. Der Gewährsmann hatte keine Waffen bei sich. So blieb er ruhigstehen und die jungen Bären trollten sich. Darauf ließ sich die Bärin wieder nieder,richtete sich aber gleich wieder auf und begann neuerlich zu brüllen. Da klatschte derGewährsmann in die Hände und brüllte auch. Im selben Augenblick schlug auch einHund an. Das schien der Bärin sichtlich ungut und sie verschwand.
13. Wegmachen
Das war eine wichtige Gemeinschaftsverrichtung.„ Wegmachen war im Frühjahrvor der Mahdzeit. Es ist geblasen worden und eine Sitzung der Nachbarn einberufen( Hinterland). In Mitterdorf wurde nicht geblasen, man sandte ein Büable, ushugn'( an-sagen), dahin, wo der Shupan( Ortsvorsteher) ischt gebän( gewesen ist). Dort haben siebestimmt, welchen Weg. Ein Halbhübler hatte eine Person zu stellen, ein Ganzhüblerzwei Personen. Die Keischlerer, wenn sie den Weg benützt haben, hatten Halbtagsarbeit.Jeder hat aufgepaßt, daß der andere nicht einen Schritt zu wenig gemacht hat."
,, Daß es bei diesem Wegmachen, das praktisch auf eine Robotleistung zugunstender Gemeinschaft hinauslief, gar nicht immer um kleine Verrichtungen ging, ist darauszu ersehen, daß z. B. in Mitterdorf eine Dreiviertelhube rund 20 Tage im Jahr Wege-dienst zu leisten hatte. Am vorgeschriebenen Tag fand sich die Arbeitergruppe am ver-einbarten Ort ein. Männer mit Spitzhacke und Schaufel, Brecheisen, Dynamit undZündschnur, Burschen und junge Bäuerinnen mit einem Gespann, ältere Frauen undgerade der Schule entwachsene Kinder mit Schemel und 1 bis 11/2 kg schweren Klopf-hämmern. Die Kräftigsten schafften Steine herbei. Oft wurden sie in der Nähe desWeges, irgendwo im Staudoch ausgegraben, oft wurden sie an Ort und Stelle gesprengt,
4 Wolfram
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