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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
Entstehung
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Reihen gezeichnet und drei Körnlein eingedrückt. Man hat sehr schwer gemüaẞt arbatn.Wenn zu viel ist aufgegianen( aufgegangen) und er ist 20 bis 30 cm hoch gewesen, hatman das Überschüssige schon weggerissen. Dann hat man den Woaze misst hägn. Mitdem Pflug durchgegianen und gehäufen( gehäufelt). Urwaissen( Erbsen) eingesetzen da-zwischen, nicht zu dicke. Wenn er ischt gehaufen hat man mit dem Woaze nicht mehrgetun bis zur Reife"( Hinterland).

Die Maiskörner wurden mit der Hand gelegt, ebenso wie die Kartoffeln. Mit derHaue schlug man eine Vertiefung und steckte mit der anderen Hand aus der vorge-bunden Schürze fassend, zwei Maiskörner unter die Haue. Mit dem nächsten Schrittdrückte man die gelockerte Erde an, während man mit der Haue das nächste Lochschlug. Kartoffeln und, Türkischer Weizen'( Mais) benötigen zwischen Aussetzen undErnte verschiedene Arbeitsgänge. Um diese zu erleichtern, sollten die einzelnen Zeileneinen ziemlich gleichen Abstand voneinander aufweisen. Bei jedem Haus befand sichdaher ein Rechen, den der Hausvater selbst verfertigt hatte. Die rund 30 cm langenZähne dieses Gerätes waren im Abstand von etwa 50 cm voneinander angebracht. Mitdiesem Gerät zog man nun Rillen über den Acker und zeichnete so die Pflanzenreihenvor. Allerdings begann man später die Kartoffeln in die offene Furche zu legen. Indemder Pflug eine neue Furche zog, deckte er mit dem Aushub die gelegten Kartoffeln zu. 64,, Das Erdäpfelsetzen oder Graben mit der Haue war Weiberarbeit Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiberarbeit, bei den Slowe-nen Männerarbeit. Die Gottscheer Männer waren um diese Jahreszeit oft noch nicht zuHause. Im Oberland hat man Mais einzeln in Reihen in Grübchen gesetzt, in jedes 2 bis3 Körner in Abständen, die Grübchen waren ein Schuh lang. Wenn mehrere Körneraufgegangen sind, hat man die überschüssigen heraus und an die Tiere verfüttert. DieKrähen haben viel Schaden gemacht. Man hat eine Reihe Kukuruz gesetzt und eineReihe Schweinefutter: Rüben die gedeihen im Schatten gut und auch Salat. DieReihenfolge der Arbeit war: Setzen, Hāgn, Zugnziachn der Haufn. Im Hinterland: erstgehägn, dann gehäufn( gehäufelt), mit dem Pflug oder mit der Hand. Bis zu 8 bis10 Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber waren da, Tugbachtare'( Tagewerkerinnen)., Lichtn'( ausschneiden), das warvor dem Häufen. Mit der Sichel hat man gelichtet. Auch wenn er keine Frucht angesetzthat oder brandig wurde. Das war der Teufelsstāb( Teufelsstaub)., Brundig', das hatungeschtukn( angesteckt), das mußte weg"( Aussagen einer gemischten Gruppe vonGewährsleuten 1974).

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10. Rüben

Dann mußten die Rikhle"( Wrucken, Futterkohlrüben) und die Rōnen"( Runkel-rüben) in die Erde.

Merlein( Möhren) hat man in die Wintergerste gebaut. Noch auf den Schnee ge-streut am, Woschonktuge"( Faschingtage). Wenn der Schnee zerrunnen ist, ist er einge-ronnen"( Mitterdorf). Die weißen Ruabn waren aber zweite Frucht nach der Gersten-ernte. Ohne Dünger. Die Gerste hatte einen anderen Bedarf als die Rüben. Stockrübensind besser als Sauerkraut, die blähen nicht."

11. Wiesenputzen, Bergwiesen rechen

,, Die Toalder sind steile Abhänge. Das Raumen der Toalder geschah im März, April.Da hat man das Laub verbrannt in kleinen Feuerlein. Man hat die Erdhaufen, zerziachn( die Maulwurfshügel zerteilt) mit einem Rechen. Später hat man das auch gemacht mitWieseneggen. Das machten nur Bauern, die Pferde hatten oder starke Ochsen. Der Bauer

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64 L. Kren, Hevabar un, in Göttisch Num! Gottscheer Zeitung, 70. Jg., Klagenfurt 1973.