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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
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5. Holzarbeit

Über den Zeitpunkt der wichtigsten Holzarbeiten gibt es unterschiedliche Angaben:,, Die Holzarbeit ist, wenn man drankommt. Im späten Herbst. Es war noch stock-finster, wenn man die Axt angelegt hat. Und zeitlich im Frühjahr. Auch im Winter mitSchlitten eingeführt, wenn es schön war. Die Stämme geschleift im Schnee"( Ober- Mösel).,, Vor dem Bauen( Anbau) hat man Holz gemacht, so im Februar, wenn sie auf demAcker nicht haben können arbeiten. Es waren nicht überall Wege im Wald. Da hat mandie Buchen geschnitten und nach Haus geschleift, gespalten und getrocknet, daß man esim Herbst hatte. Nach dem Jänner damit begonnen. Sonst hat man im Herbst grünesBrennholz"( Aufz. 1974).

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,, Holzschlägern zwischen den Frautagen. Das Holz, das da geschlägert wird, ist dasbeste Brennholz. Ist zum Ansetzen auch gut, für Hackenstiele und so sehr haltbar"( Masereben).

Zur Waldnutzung gehört auch das Kohlenbrennen. Dafür nahm man niederesBuchenholz. ,, Armstarke Stangeln haben die Canellokohle ergeben, das war die bestefür die Bügeleisen. In den Auerspergischen Gütern wurde viel Holzkohle gebrannt. DieDurchforstung war im schwachen Holz. Dort hat man das sortiert. Bei der Herrschaftwaren meist Italiener aus Trient die Kohlenbrenner. Ihnen haben es die Gottscheer abge-schaut. Das Hauptwerkzeug war das, Schnoitmesser oder, Zapfmesser. Es gab zweiArten." Die Gottscheer Messer waren mehr gerade und nur am Ende etwas gebogen, dieitalienischen waren am Ende stark gebogen in der Art der Rebmesser. Viele Gottscheerkauften den Italienern diese Messer ab, so daß es beide Sorten gab.

6. Mistausführen

In den Tagen nach Neujahr fährt man den Mist mit Schlitten aus und macht aufdem Acker einen großen viereckigen Haufen, der festgetreten wird.

Vor dem Pflügen wird der Mist dann verteilt( gebroatet"), das Zerwieren"( zerführen). Alle 3 bis 4 m blieb der Wagen stehen und der Bauer schlug mit dem,, Mischthūke" ein Häufchen herunter. So zogen sich dunkle Häufchen in parallelen Rei-hen über den Acker. Dann kam das Zerstreuen( broaten) der Düngerhaufen mit derMistgabel, was zu einer möglichst gleichmäßigen Verteilung führen sollte. Daran schloßsich das Pflügen, Eggen und Säen.

7. Pflügen

Geht man das erste Mal mit dem Pflug aufs Feld, sieht es der Bauer nicht gern,wenn ihm jemand in den Weg tritt. Er glaubt, daß dann in diesem Jahre alles ver-kehrt geht.

Es gibt ein Zusammenbauen und ein Auseinanderbauen. In der Mitte, ist a Laßngeblieben"( das Wort kommt von ausluẞn"). Das Ackern war in verschiedener Hin-sicht schwierig. Zunächst schon wegen der räumlichen Zersplitterung. Bei Jonkes inOber- Mösel hatten sie z. B. etwa 40 ha Grundbesitz in beinahe 50 Parzellen. Alles inNiederungen. Da kann man nicht jedesmal beim Wenden die Ochsen hinaustreiben undwenden, man muß eine Aniwand lassen. ,, Man kann sich das nicht schwer genug vor-stellen." Außerdem gab es in den Äckern die sogenannten Grias", Steine, die man ausdem Acker nicht heraussprengen konnte. Der Besitzer wußte schon bei jeder solchenStelle, Achtung, da kommt ein Grias, da muß ich den Pflug locker halten.

Wenn man im Frühjahr anfing zu ackern, hat man das Zugvieh, immer gesprengtmit dem weichen Wasser"( Stockendorf). Spannt man die Ochsen nach dem Pflügen

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