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Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum und Volksglaube in der Gottschee
Entstehung
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sich über die ganze Sprachinsel verteilen, sagte man mir, daß ein Acker, der bestohlenwurde, seine Fruchtbarkeit verliere( vgl. die Verbreitungskarte). Es ist nicht mehr ge-wachsen", heißt es immer wieder, oder im nächsten Jahr gibt es einen schlechtenErtrag." Dann ,, war der Same weggetragen. Erst in drei Jahren hat er wieder getra-

Bestohlener Acker verliert

die Fruchtbarkeit

☑wird wieder fruchtbar,

wenn 2 Furchen übers Kreuzgezogen werden

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Gottschee

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Entwurf: Prof. Dr. R. Wolfram

S

gen"( Rieg), oder ,, es wachst sieben Jahre nicht mehr so gut wie sonst"( Grafenfeld). InRieg und Wetzenbach aber betrachteten sie den Acker dann als ganz verdorben:, Dannhat's nie mehr so geraten.

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Der Glaube daran ist so stark, daß selbst aus der letzten Zeit in den Lagern inÖsterreich von der gleichen Erfahrung berichtet wird. Gewährsleute, die aus Koflernstammen, sagten mir: Das ist auch noch hier im Lager. Bei Fisolen ist der Segen weg.Das ist tatsächlich Wahrheit. Ein Gegenmittel ist es, dem anderen das gleiche tun, dannkriegt man den Segen wieder zurück." Die in Österreich heute noch lebendige Sitte desMaibaumstehlens 45 hatte wohl ursprünglich einen ähnlichen Glaubenshintergrund, daßmit dem Wachstumssymbol eines anderen Dorfes auch dessen Segen und die Fruchtbar-keitskraft in die eigene Gemarkung geholt werden konnte. Ganz entsprechend gab esim vorigen Jahrhundert auch in Schweden ein Stehlen der im Freien zu Weihnachtenaufgestellten Wintermaien. Man suchte sich auch dagegen zu schützen und hatte notfallswand bei Pöllandl, Warmberg, Langenton, Altlag, Ebenthal, Koflern, Suchen, Hohenegg,Komutzen, Tschermoschnitz.

45 Über die Verbreitung dieser Sitte noch in der Gegenwart gibt die 1968 veröffentlichteKarte Nr. 50 des Österreichischen Volkskundeatlasses Auskunft. In der Jaunitzsiedlung vonFreistadt im Mühlviertel( Oberösterreich) konnte man z. B. 1966 drei Maibäume sehen, die ausden Dörfern Lest, Grünbach und Schlag stammten. Frdl. Mitteilung meines Hörers J. Schicho.Heute ist das Maibaumstehlen meist zu einem Scherz- und Wagestück geworden, denn der Baumwird von den Burschen des eigenen Dorfes zunächst während der Nacht noch bewacht. Glücktder Diebstahl, ist es ein Triumph für die Ausführenden und eine Schande für die Bestohlenen.Die Sache ist noch so verbreitet und verwurzelt, daß bei gerichtlichen Anzeigen in jenenGegenden, wo der Brauch üblich ist, keine Strafverfolgung eintritt. In Zweifelsfällen werdenVolkskundler vom Gericht als Gutachter beigezogen. Die ursprüngliche Bedeutung des Brauchesdürfte jedoch ähnlich gewesen sein wie der Gottscheer Glaube.

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