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Kinder- und Jugendspiele aus Niederösterreich
Entstehung
Seite
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90. Balln prackn

Als Spielgeräte dienen ein Pracker und ein Ball. Der Pracker wird aus einem Brettgeschnitten. Er ist 60 cm lang, an einem Ende 10 cm breit und verschmälert sich amanderen Ende zu einem Griffe. Aus Stoffteilchen wurde einst ein ,, Fleckerlball" her-gestellt.

Im Abstand von etwa 20 m werden zwei Striche gezogen. Jenseits des zweitenStriches nimmt der Fänger Aufstellung, noch knapp davor wird ein Ziegel als Malhingelegt. Diesseits des ersten Striches stellen sich nebeneinander die Werfendenauf.

Zuerst wird ausgelost, wer als erster draußen( Fänger) sein soll. Der Prackererhält auf einer Schlagfläche ein Zeichen, dann werfen ihn die Spieler nacheinanderhoch. Derjenige, bei dessen Wurf die bezeichnete Seite nach oben zu liegen kommt,ist draußen.

Die Reihenfolge der Werfenden richtet sich vorwiegend nach dem Alter, da denÄlteren gewohnheitsmäßig das Vorrecht eingeräumt wird. Einer nach dem anderen,, schupft" mit der linken Hand den Ball auf und schlägt ihn im Fluge mit dem Prak-ker möglichst weit fort. Während der draußen Stehende sich bemüht, den Ball imFluge zu erhaschen oder recht rasch zu holen, eilt der Werfer zum Male, tut daraufdrei Schläge und rennt sogleich zurück. Gelingt es dem Fänger, den Ball noch imFluge zu fangen, so muß der Werfer zu ihm hinaus und ihm von jetzt ab helfen.Kann er den Ball nicht erhaschen, so holt er ihn schnell, eilt zum zweiten Strich-diesseits davon darf er sich überhaupt nicht aufhalten- und sucht von hier aus denausgelaufenen Werfer zu treffen. Er muß jedoch abwarten, bis dieser seine dreiSchläge getan hat, sonst ist sein Wurf ungültig. Gelingt es ihm, den Gegner zu tref-fen, so muß dieser zu ihm übergehen und ihm bei der Fortsetzung des Spieles hel-fen. So vergrößert sich allmählich seine Schar, während die andere alle Spieler ver-liert. Im neuen Spiele wird jener Fänger, der als erster seinem Vorgänger helfenmuẞte.

< 10 cm

60cm

20 m

Ziegel

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