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Kinder- und Jugendspiele aus Niederösterreich
Entstehung
Seite
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85. Kaiser, König, Edelmann,

Bürger, Bauer, Bettelmann

Wenn die Spielerzahl von der durch die Namen des Reimes gegebenen Sechszahlabweicht, werden Namen hinzugefügt oder weggelassen. Die Teilnehmer setzenihre Hüte nach der Standesreihung mit der Krempe nach oben hintereinander aufdie Erde. Der Kaiser stellt sich an die Spitze der Reihe und wendet ihr das Gesichtzu. Die übrigen Spieler stellen sich neben ihren Hut. Nun nimmt der Kaiser den Ballund wirft ihn in einen der vor ihm liegenden Hüte. Der Besitzer des Hutes ergreiftden Ball, während alle übrigen flüchten, und wirft damit nach einem der Entlaufen-den. Wird dieser getroffen, so sucht er gleichfalls einen zu treffen. Das setzt sichfort, bis einer einen Fehlwurf tut.

Dieser Werfer muß nun seinen Hut an die letzte Stelle als Bettelmann legen, wäh-rend alle übrigen emporsteigen. Wirft der Kaiser dreimal fehl, so daß er in keinen derHüte trifft, so muß er mit dem bisherigen König tauschen.

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86. Eckball

Die Knaben üben das Spiel im Frühjahr und im Herbst. Im Freien wird dazu einFeld von 6 bis 8 m im Geviert an den Ecken mit Steinen bezeichnet. Durch Abzäh-len bilden sich zwei Scharen von je vier Spielern. Die eine ist in der Zieln undbewegt sich innerhalb des Geviertes, die andere ist auf der Zieln und bezieht dievier Ecken.

Die vier Spieler an den Ecken bezeichnen wir mit A, B, C, D. A wirft den Ball zu Bund spricht: Nòdl. B fängt den Ball und schupft ihn mit dem Worte Zwirn" zu C.C fängt ihn und wirft ihn zu D, wobei er spricht: Fadn ein!" D gibt ihn auf diegleiche Art an A und sagt: Mòch an Knopf". A wirft ihn zu B und ruft: ,, Schiaẞ'n amKopf!"

B wirft nun den Ball auf einen Gegner in der Zieln. Trifft er einen, so eilt er mit sei-nen Helfern rasch fort, während einer der bisher in der Zieln befindlichen Spielersich zu einer jetzt freien Ecke stellt und einen der Entlaufenden zu treffen sucht.Miẞlingt der Wurf, hat er selbst auszutreten. Trifft B gleich zu Anfang niemanden,so muß er selbst ausscheiden.

Frei gewordene Ecken können nach Belieben besetzt werden, weil durch dassogenannte Jagen die Gegner leichter getroffen werden. Ein Spieler darf nur dannwerfen, wenn er den Ball geschickt fängt. Zu Beginn muß der Ball fünf Mal hinter-einander gefangen werden.

Das Spiel dauert so lange, bis alle Spieler einer Schar tot" sind. Die Gewinnen-den behaupten oder beziehen bei der Wiederholung die Zieln.

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