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Kinder- und Jugendspiele aus Niederösterreich
Entstehung
Seite
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Stelle aus, wo es liegen gebliebn ist, damit den Stab, den der Spieler nach dem Wurfesogleich quer über das Grübchen legen muß( tut er es nicht, ist er abgedankt), zutreffen. Gelingt dies, so ist der Spieler abgedankt. Wenn nicht, setzt er das Spiel fort.Er legt das Ditschkerl jetzt der Länge nach in die Grube. Eine Spitze, die nicht aufdem Boden aufliegt, ragt heraus. Mit dem Stocke schlägt er auf diese und sucht dasemporschnellende Ditschkerl im Fluge so zu treffen, daß es weit fort fliegt. Er darfdrei Mal auf das Ditschkerl schlagen, um es zum Aufschnellen zu bringen und mußes wenigstens ein einziges Mal in der Luft treffen, sonst ist er abgetan. Sein Bestre-ben ist es, das Ditschkerl vom Grübchen recht weit weg zu schlagen. Hat er es so-gleich beim ersten Male in der Luft getroffen und eine Strecke weit fortgeschlagen,so schlägt er jetzt an der Stelle, wo es flach liegen geblieben ist, auf eine Spitze, um esdann in der Luft nochmals zu treffen. Ganz gleich wird das dritte Mal geschlagen.Die erzielte Entfernung vom Grübchen bis zum Ditschkerl schätzt er nun in Stock-längen ab. Erscheint seine Schätzung dem Gegner zu hoch, so wird nachgemessen.Hat er tatsächlich den Abstand überschätzt, so ist sein ganzes Spiel vergebens gewe-sen, er ist abgetan. Hat er richtig oder zu gering geschätzt, so wird die von ihm ange-gebene Zahl seinen Leuten gutgeschrieben. Er hat sein Spiel richtig vollendet undder nächste kommt an die Reihe. Die von allen Spielern einer Schar erreichtenStocklängen werden zusammengezählt. Waren alle Spieler der einen Seite an derReihe, so wird gewechselt. Hat die andere Schar mit allen Spielern geschlagen, sokommt wieder die erste daran. Das setzt sich fort, bis schließlich eine von beiden dievorher festgelegte Anzahl von Stocklängen erreicht und dadurch siegt.

84. Dògln

Spielgeräte sind ein Dògl( ein rundes, oben zugespitztes Stück Holz von 3 bis4 cm Durchmesser und 8 bis 10 cm Länge) und für jeden Spieler ein etwa 60 cm lan-ger Stock, den die einzelnen nach Kraft und Geschicklichkeit auswählen.

Zu Beginn wird der Dòglhalter( Dòglhüter) ausgelost. Ein Knabe nimmt dieStöcke und den Dògl auf seine Arme und wirft alles hoch. Wer mit seinem Stockedem Dògl am nächsten zu liegen kommt, ist Dòglhalter und setzt den Dògl auf einegeeignete Unterlage. Die übrigen Spieler stellen sich im Halbkreise um den Dòglund bezeichnen ihre Plätze. Der Dòglhalter hält sich in der Nähe des Dògls auf, dochetwas seitwärts, damit er nicht von den Stöcken getroffen wird.

In der gleichen Reihenfolge, in der sich die Spieler aufgestellt haben, werfen sienun mit ihren Stöcken einzeln nach dem Dògl. Der Halter muß diesen, so oft ergetroffen wird, wieder aufstellen. Ist der Dògl genügend weit geschleudert worden,so holt sich unterdessen der Werfer seinen Stock zurück, wenn nicht, wartet er denglücklicheren Wurf eines Gefährten ab, mitunter auch den mehrerer. Gelingt esdem Halter jedoch, nachdem er den Dògl geholt und wieder aufgestellt hat, vor demausgelaufenen Werfer dessen Stelle zu erreichen, so muß ihn dieser ablösen. DasSpiel wird fortgesetzt, bis die Teilnehmer dessen müde sind. Da ein Spieler nacheinem ungeschickten Wurfe den seines Nachbarn abwarten kann, laufen manchesMal mehrere zugleich um ihre Stöcke.

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