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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
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9. ZUSAMMENFASSUNG

Umschichtungen im ländlichen Baubestand, verursacht durchStrukturänderungen sowie neue Wohnerfordernisse und-wünsche, ha-ben eine schnelle Abnahme der Zahl älterer ländlicher Wohnbautenzur Folge und machen eine umgehende Erfassung und Untersuchungdes noch erhaltenen Altbestandes notwendig.

Als methodischer Ansatz für die vorliegende Arbeit diente dieKombination von historischer Volkskunde und Gefügeforschung, wo-bei schwerpunktmäßig die Untersuchung des Baubestandes vorgesehenwar. Archivalische und gedruckte Quellen waren für eventuelle zu-sätzliche Aufschlüsse heranzuziehen. Die Bestandsaufnahme wurdein Form einer Gesamtinventarisation der bis zum Ersten Weltkriegerrichteten ländlichen Wohnbauten in einem abgegrenzten Gebietdurchgeführt und ergab eine Vielzahl an Erhebungsbögen, Skizzenund Fotos. Als Untersuchungsgebiet wurde ein Querschnitt durchden Gerichtsbezirk Stainz gewählt, der einen relativ dichten Alt-bestand an ländlichen Wohnhäusern aufweist und so eine interessan-te Formenvielfalt erwarten ließ. Das Gebiet hat Anteil am Kristal-lin des Steirischen Randgebirges und am weststeirischen Hügellandund ist damit als Übergangszone von hauptsächlich vieh- und wald-wirtschaftlich orientierten Höfen der Bergregionen zu gemischt-wirtschaftlichen Klein- und Mittelbetrieben des Hügellandes ge-kennzeichnet, zwischen die als Sonderformen Weinbaubetriebe ein-gestreut sind. Von der Bevölkerungsentwicklung her ist der Bezirkdurch ein von 1869-1971 mit 11,8% äußerst geringes Bevölkerungs-wachstum charakterisiert, das aber regional sehr verschiedene Ten-denzen aufweist. Die Häuserzahl stieg bis 1910 leicht an, darauffolgte ein durch den Ersten Weltkrieg bedingter Einschnitt, derauch den Abschluß dieser Untersuchung mit diesem Datum rechtfer-tigt. Die Berufsstruktur im 20. Jh. ist durch den Übergang vonder Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft zu gewerblicher undindustrieller Arbeit bestimmt, wobei aus Mangel an geeigneten Ar-beitsplätzen das Pendlerwesen von großer Bedeutung ist. Die Land-wirtschaft wird jedoch häufig als Nebenerwerb weitergeführt, wasin der Folge eine Verkleinerung der Besitzungen nach sich zieht.Besonders in den( ehemaligen) Weinbaugebieten spielen Verkauf und

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