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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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Der im Gegensatz zur Rauchstube früher im Rauchstubengebietallgemein" Kachelstube" genannte Wohnraum ist, der oberdeutschenStube entsprechend, stets rauchfrei beheizbar. Als Heizbarkeitdefiniert K. Bedal auch für den Winter eine Raumtemperatur vonca. 20 Grad, was nur durch das Zusammenfallen von zwei Krite-rien möglich ist: Der Raum muß( z. B. gegenüber der Diele desNiederdeutschen Hallenhauses) relativ klein sein sowie dichteWände und eine dichte Decke aufweisen. Außerdem muß er durcheinen von außen heizbaren Ofen erwärmt werden, wodurch die Rauch-losigkeit und eine gleichmäßigere Wärmeverteilung im Vergleichzum offenen Feuer gegeben sind.1

Die Stube in dieser Form hat sich seit dem Hochmittelalter

als" eine der bedeutendsten Novationen im Wohnwesen" ² entwickelt,

wobei diese Entwicklung eng mit der von Ofen und Stubendecke ver-bunden ist. 30. Moser weist vor allem auf die vielfältige Ab-hängigkeit der Stubenentwicklung von Hausbau- und Heizungstech-nik sowie von regionalen, sozialen und ökonomischen Vorgegeben-heiten hin, wodurch sich eine" relative Vereinheitlichung" etwazur" oberdeutschen Stube" erst spät, nämlich erst am Übergangvom Mittelalter zur Neuzeit, ergeben hat. Das Eindringen derStube ins Bauernhaus setzt Moser" bei deutlicher Verzögerung vonWest nach Ost" vielfach erst für das 17. Jh. an."

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Im Einzugsbereich der Rauchstube hat die Kachelstube späterEingang gefunden und auch, von der Funktion her, nicht dieselbeBedeutung erreicht wie im Bereich des Küchenstubenhauses, da dasSchwergewicht der Wohnfunktionen bei der Rauchstube blieb unddie Kachelstube nur als zusätzlicher Wohnraum, als Repräsenta-

tionsraum," gute Stube", eingeführt wurde. 5 Bünker weist für

1 Konrad Bedal, Historische Hausforschung. Eine Einführung in Arbeitsweise,Begriffe und Literatur.(= Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland8), Münster i.W. 1978, S. 119.

2J. Hähnel, Stube, S. 334.

30. Moser, Stube, S. 209 f., Anm. 5, wo Literatur zu Ofen und Stubendeckezusammengefaßt ist. Literatur zum Kachelofen auch bei K. Bedal, Ofen, S.321, Anm. 155; vgl. a. J. Schepers, Ofen, S. 86-89.

40. Moser, Stube, S. 211.

5S. z. B. K. Rhamm II/ 1, S. 854.

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