3.2.2. Die Gemischtbauweise
Bei den in Gemischtbauweise errichteten Häusern handeltes sich zum Großteil um Bauten, die in mindestens zwei Bauphasenentstanden sind. Der Anteil der beiden Baustoffe kann bei diesenGebäuden sehr stark schwanken. Die Variationsmöglichkeiten rei-chen vom fast reinen Holzbau, bei dem nur die Küche im hinterenTeil des Flures gemauert ist, bis zu Häusern, von denen nur mehrein Teil der Stube in Blockbau gezimmert ist.
Im gesamten Untersuchungsgebiet beträgt der Anteil der Bautenin Gemischtbauweise 43,7%, das ist der größte Anteil einer derdrei Bauweisen. Am geringsten ist der Anteil, wie auch beim rei-nen Holzbau, in der KG Tobisegg mit 25% der Bauten, kaum höherin Ettendorf mit 25,8%. Auch die Weinbaugebiete in Gamsgebirgund Kothvogl weisen mit 37,0 und 31,6% einen eher geringen An-teil an der Gemischtbauweise auf. Im übrigen Gebiet beträgt derAnteil zwischen noch eher bescheidenen 40% in Oisnitz bis zu58,6% im Bergland, und zwar in der KG Trog. Sehr hoch ist derAnteil auch im Streusiedlungsgebiet von St. Josef( 55,7%) und inder KG Rossegg( 54,3%), die zum Großteil aus geschlossener Sied-lung besteht.
Das Alter der Bauten in Gemischtbauweise ist in den Bergge-bieten höher als im Hügelland( vgl. dazu auch Kapitel 2.1.2.),wo es Mauerbauten kaum vor 1820 gibt. Hier spielt vor allem dieVerfügbarkeit des notwendigen Materials eine große Rolle. Währendin den Berggebieten das leicht brechbare und gut verwertbare Ge-stein sehr häufig zutage tritt und daher auch an sehr vielen Stel-len abgebaut wird, fehlt festes, geeignetes Gestein im Hügellandfast völlig. Die älteren Mauerteile in den Berggebieten sind, demvorhandenen Material entsprechend, mit Bruchsteinen gemauert,während die Mauerteile im Hügelland fast ausschließlich aus Zie-gel bestehen. In die Berggebiete dringt das Ziegelmauerwerk aller-dings erst später, etwa ab der Mitte des 19. Jh., vor.
3.2.3. Die Mauerbauweise
Die Zahl der reinen Mauerbauten beträgt im gesamten Un-tersuchungsgebiet 176, das sind 36,6%. Sie sind großteils erst
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