1.3. Der Forschungsstand
In diesem Abschnitt soll zunächst kurz auf die Entwicklungder Hausforschung, vor allem der gesamtösterreichischen und stei-rischen, soweit sie das Untersuchungsgebiet betrifft, eingegangenwerden, wobei hier aber keine ausführliche Geschichte der Haus-forschung geboten werden kann, sondern nur Hauptentwicklungen auf-gezeigt werden sollen. Im zweiten Teil soll auf das Bild des" weststeirischen Bauernhauses" in der bisherigen hauskundlichenLiteratur eingegangen werden, wobei aber nur Darstellungen desHauses als Gesamtheit berücksichtigt werden, während Beschreibun-gen von Einzelheiten in den nachfolgenden Kapiteln mit einbezogenwerden.
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Wie in verschiedenen anderen Bereichen der Volkskunde sindauch in der Hauskunde die vorwissenschaftlichen Anfänge mit demspäten 18. und frühen 19 Jh. anzusetzen. Der Beginn der wissen-schaftlichen Hausforschung in Mitteleuropa wird allgemein mitG. Landau gesehen, der 1855 die wissenschaftliche Erforschungdes" Bauernhofes" und seiner Teile verlangte. 2 Schepers faßt diefrühe, vor allem von" künstlerisch begabten Architekten" ausge-hende Phase der Hausforschung mit E. Gladbach und H. Schwab fürdie Schweiz, Viollet- le- Duc für Frankreich sowie P. Lehfeldt undC. Schäfer mit seinen Nachfolgern als baugeschichtliche Hauskun-3de zusammen.
Bedal betont besonders das gemeinsame Merkmal des Stammes ge-dankens, das sowohl bei Landau als auch in der philologisch- ger-manistischen Richtung mit R. Henning, der( kultur-) geographischenmit A. Meitzen und W. Peẞler sowie der bautechnischen mit C. Schä-fer und seinen Schülern vorherrscht und mit Rhamm, Geramb und
1Vgl. dazu K. Bedal, Hausforschung, S. 6; Josef Schepers, Stand und Aufgaben
der nordwesteuropäischen Hausforschung. In: Ders., Vier Jahrzehnte Hausfor-schung. Beiträge zur Baugeschichte in Nordwest- Europa. Sennestadt 1973,S. 52 f.
2K. Bedal, Hausforschung, S. 7.
3J. Schepers, Hausforschung, S. 53; zu Gladbach und Schwab s. a. R. Weiss,
Häuser, S. 24-26.
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