TRACHTENFORSCHUNG ALS TEIL EINER UMFASSENDEREN
KLEIDUNGSFORSCHUNG
Von Edith
Hörandner
Frau Burckhardt- Seebass( Schweiz), Frau Kerkhoff- Hader( BRD) undich wurden kurzfristig aufgefordert, resümierende Kurzstatementsals Einleitung zur Schlußdiskussion abzugeben. Ich möchte dabei ein-leitend festhalten:
Die Österreichische Volkskundetagung 1986 zum Thema" KleidungMode Tracht" zeigte mit Sicherheit ein vielfältiges, z. T. auchdivergentes Bild. Hiezu soll festgestellt werden:
Die traditionsreiche traditionelle Trachtenforschung in Österreichmit ihren Herzensanliegen von Erneuerung und Pflege ist nach wievor ein legitimes Forschungsfeld und soll nicht als erratischer Blockverlassen stehenbleiben. Wichtige Aufgaben gibt es hier noch zulösen, u. a. in den Bereichen der museologischen Aufarbeitung( ein-schließlich Restaurierung), der Quellenerschließung( nicht zuletzt imRahmen realienkundlicher Dokumentation und Interpretation), derbibliographischen Behelfe usw. Die Art und der Wert derartiger Ar-beiten mögen mit Verständnis von jenen betrachtet werden, denendie Trachtenbewegung und-beratung, Schutz, Erneuerung und Pflegeetc. kaum oder kein Anliegen sind; aber auch diesen Vertretern istseitens der" Trachtenbewegten" mit Toleranz und einem Vertrauens-vorschuß hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Redlichkeit zu begeg-
nen.
Die Neuorientierung der Trachtenforschung im Sinn einer Zeichen-und Kleidungsforschung weitet nicht nur den Horizont und stelltweitere Bezüge her, sie ermöglicht auch den Anschluß an neue An-sätze außerhalb Österreichs, und trägt mit Sicherheit auch zu einerBereicherung der älteren Forschungsrichtung in Österreich bei.Zweierlei sei abschließend noch betont:
Trachtenforschung als Teil einer umfassenderen Kleidungsforschungist keine Bedrohung der älteren Richtung( und will es auch nicht
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