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Kleidung - Mode - Tracht : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1986 in Lienz
(Osttirol)
Entstehung
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auf das Pragmatische des Komplexes hin- die nämliche Ursache,dasselbe auslösende Moment am Ausgangspunkt der Trachtenmodewie auch in den Anfangsgründen der besonderen Wertschätzung derVolkstrachten als eines signifikanten, besonders augenfälligen undleicht unterscheidbaren Kennzeichens des Elementes" Volk", das imVerlauf des 19. Jh. zu einem zunehmend schärfer umrissenen, viel-fältiger erlebten und genauer erkannten Wertbegriff wurde. Volks-lied, Volksbrauch, Volkskunst wie immer auch die mit Volk- zusam-mengesetzten Erscheinungen des Volkslebens heißen, eben auchVolkstracht, wurden zu einer Vorstellung, deren sich womöglichdinghaft vergewissern zu können, sei es durch Noten, Phonogramme,Niederschriften, Bilder oder auch Abbilder und Nachbilder, erstre-benswert erschien. Die Faszination, die namentlich von Volkstrach-ten ausging, sollte man nicht unterschätzen. Erste Höhepunkte er-lebt die Wertschätzung der Trachten im Vormärz, etwa gleichzeitigmit der Entdeckung der Alpen und wurde in der zweiten Hälfte desJahrhunderts ausgedehnt auf ganz Europa. Es ist einfach so, daßdie Romantik der Ritter und Burgen mit ihrer Vorliebe für die alt-deutschen, mittelalterlichen Kostüme von einer" intellectual rusti-cality" abgelöst wurde.

Schon um 1880 wurden in Modejournalen von Wien und Paris Berg-und Touristenkostüme aus Lodenstoff vorgestellt, die sich an diegraugrüne sogenannte Steirertracht anlehnen. Diese Tendenz wird,wie allgemein bekannt ist, in zunehmender Intensivierung und Ver-breitung bis in die Gegenwart fortgesetzt.

Schon 1884, also vor 102 Jahren, schreibt die Berliner Zeitschrift" Die Modenwelt":" Die Industrie Tyrols sorgt neuerdings auch auf'sAusreichendste für" Damenloden" in verschiedenster Qualität undeiner großen Auswahl heller und dunkler Farbtöne in Grau, Blau undGrün."

Gestatten Sie mir nicht zuletzt um den langen, aber prinzipiellgleichbleibenden Weg abzukürzen- den Sprung in die Gegenwart des20. Jahrhunderts. Seit die Trachtenmode eine große Zulieferungsin-dustrie hervorgerufen hat, ist sie ein bedeutender Faktor der öster-reichischen und süddeutschen Wirtschaft geworden. Zentren derTrachtenmode sind Salzburg, Wien und München, aber auch Tirol undVorarlberg partizipieren mit den Häusern Stapf und Rhomberg ander österreichisch- süddeutschen Vorliebe für die Tracht, wofür, inspezifischer Wendung, sogar ein eigenes Vokabel, das" Trachtige",erfunden wurde." Trachtig" wird als Intensivum zu trachtlich emp-funden und angewendet: das Trachtliche überläßt man den Pflegernund Vereinen. Eine Ausrichtung der bayrischen Trachtenmode aufÖsterreich ist unverkennbar. So hat die bedeutende Münchner Firmal

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