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gungen bei den Bauern unterschiedlich waren, führte dieses im Gegen-satz zum früheren einfacheren germanischen" Gewand"" je primi-tiver Glossar ::: zum Glossareintrag tiver, umso allgemeiner"-, zu einer für engere Räume charakteris-tischen Kleidung. Es konnten jeweils vor allem nur jene Stoffe Ver-wendung finden- von einigen importierten Accessoirs aus Seide undBrokat abgesehen- welche an Ort und Stelle erzeugt wurden; undsie konnten nur so verarbeitet werden, wie die ortsansässigen Schnei-der und Schneiderinnen- man beachte den weit verbreiteten Fa-miliennamen" Schneider" auch in den ländlichen Bezirken- dazuin der Lage waren und was sie hiezu jeweils an modischen Schnittenauswählten. Denn es gab auf dem Land bei weitem nicht so" mo-derne" Schneider wie in der Stadt, was einen wesentlichen Faktorder Sonderentwicklung verursachte; zudem war die bäuerliche Seẞ-haftigkeit so stark, daß über etwa 10 Kilometer Entfernung( Luft-linie) die Heiratskreise beweisen es schon völlig" fremde Men-schen" lebten, was durch kleinliche Grenzziehungen und räumlicheZersplitterung der politischen Zugehörigkeit noch verstärkt wurdeund zur örtlichen Trachtenausbildung im bäuerlichen Stande we-sentlich beitrug.
Genauso hatten auch örtliche Voraussetzungen und Bedürfnisse zurvielfältigen bäuerlichen Hauslandschaft geführt( der" dritten Haut").Die einmal großen Gemeinschaften, durch die übereinstimmendeKleidung erkennbar, wurden durch die vorerwähnten Ursachen nunmehrkleinräumige Gruppen mit spezifischem" Gewand", je früher sich diebäuerliche Selbständigkeit- und dieses noch in verschiedener Zeit- durchsetzte. In der Schweiz, in Vorarlberg und Tirol fand diesbeispielsweise früher statt als weiter im Osten Österreichs und an-derswo, wo sich wirklich erst im Zuge der französischen Revolutiondie Freiheit durchsetzte.
Man kann also meines Erachtens die Ausbildung der neuen volkstüm-lichen" Standeskleidung", welche die Romantiker als" Tracht" aus-sprachen und beschrieben, nicht in allen Gegenden gleichzeitig an-setzen. Eine solche Gleichzeitigkeit würde auch einer natürlichenEntwicklung völlig entgegenstehen. Was die Romantiker erkannten,mußte beileibe nicht überall zur selben Zeit entstanden sein.
Viele Frauentrachten, wie z. B. die von mir in mehreren Veröffent-lichungen beschriebene Frauentracht der Bregenzerwälderinnen, weiseneinwandfrei gotische Züge auf( 11). Als die Tiroler die drei Schlach-ten am Berg Isel schlugen, taten sie dieses in ihrem für sie schongewohnten" Gewand", in ihrer" Tracht" also! In welcher Kleidungauch sonst? Sie waren eben schon lange?- bereits vor den Fran-
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