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Kleidung - Mode - Tracht : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1986 in Lienz
(Osttirol)
Entstehung
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er schreibt:" Man kann sagen, daß sich in der Zeit zwischen 1780und 1850 die sogenannten Taltrachten, außerhalb der Täler die Re-gional-, manchmal auch die Lokaltrachten erst richtig entwickeltenund formierten", dann aber an anderer Stelle Bezug nimmt auf dieKopfbedeckung der Frauen im vorgeschichtlichen Österreich, wobeiihm, wie seinem verblichenen Altmeister Viktor von Geramb die er-halten gebliebenen Grabsteine aus jener Zeit eine wichtige Quelledarstellten. Nun vermerkt er, daß sich deutlich zwei große Gebieteim vorgeschichtlichen Österreich trachtlich von einander abheben!Denn während sich auf der einen Seite" in Pannonien vom Wienerwaldbis zum Leithagebirge und dem steirischen Hügelland" die fraulicheKopfbedeckung durch einen" schiffchenartigen Pelzhut" auszeichnete,trugen die Frauen auf der anderen Seite in" Noricum und Rätien"ein gewulstetes Kopftuch," bisweilen darüber einen Modius, ein" Mässle", wie es heute noch im Paznauntal( Tirol) und im Monta-fon( Vorarlberg) üblich ist"( 5).

Es hat also damals großräumige Trachtenunterschiede bzw. Trach-teneigenarten gegeben. So muß es auch bei den Germanen, denen dieRömer entgegentraten, der Fall gewesen sein. Die Römer schildertenschriftlich( z. B. Cäsar, Tracitus) und bildlich( z. B. Trajans- undMark- Aurel- Säule) die Germanen ebenfalls in einer sie großräumigauszeichnenden Gewandung. Was sie besonders auszeichnete, war dasknielange, eng anliegende" Hemd", das damals noch Oberkleid be-deutete. Unter diesem trugen sie ein Schamtuch, später als" bruoch"bezeichnet, und die Beine steckten in" Hosen"( von Haus abzuleiten,also Hüllen), die wie Wickelgamaschen mit Schnüren an den Beinenfestgebunden waren. Diese Kleidungsweise der" Südgermanen"- die" Nordgermanen" trugen angeblich" kurze", knielange Hosen- war nochweit bis ins Mittelalter üblich. Die sogenannten" Beinlinge" hingenseparat an einem Leibgürtel. Sie stellten ein" Paar" dar, wovon sichbis heute die Bezeichnung" ein paar Hosen" ableitet. Noch die Hei-lignachtdarstellung in Sterzing, Südtirol, zeigt deutlich, wie Josefeben gerade die Beinlinge" am Abend" auszieht%; einer derselbenliegt bereits auf dem Boden. Der süddeutsche Maler Multscherhatte das Geschehen der" Heiligen Nacht" in seine Zeit versetzt.Auch die Kleidung der Frauen der Germanen wurde von den rö-mischen Zeitgenossen in ihren charakteristischen Zügen festgehaltenund in gleicher Weise die Bekleidung jener Völker, mit denen dieRömer in Berührung traten, Kelten, Slawen, Thraker usw. Sie allekleideten sich in das für sie charakteristische" Gewand". Hinsicht-lich seiner großräumigen Übereinstimmung mag der für die Volks-kunde bekannte Grundsatz zur Erklärung dienen: je primitiver Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiver( ur-tümlicher), desto allgemeiner. Doch es handelte sich schon um" Tracht".

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