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Heilige Ereignisse - heilige Zeiten : Weihnachtserzählungen aus der mündlichen Überlieferung
Entstehung
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Aber die Soldaten waren schon da.

Die Muttergottes, die am Ende[ von Bethlehem] gewohnt hat, hat das Schrei-en gehört; da hat sie schnell das Jesuskind in ein Leintuch gewickelt, hat esin eine Krippe gelegt und hat zu den Ochsen und Kühen im Stall gesagt: ,, Gehthin und beschützt mein Kind!" Und die Ochsen und Kühe haben sich dortso dicht zusammengedrängt, daß man gar nicht hat dazwischengehen kön-

nen.

Und da sind schon Soldaten gekommen, haben in den Stall hineingeschautund haben gesagt:, Dort ist niemand. Das Vieh steht so dicht, daß man keineKatze verstecken könnte."

Und die Ochsen und Kühe haben so getan, als fräßen sie ganz gierig aus derKrippe. Aber sie haben gut aufgepaßt, daß sie dem Jesuskind nicht schaden.Und als die Soldaten weitergegangen sind, um das nächste Dorf zu überfallen,hat die Gottesmutter den hl. Josef geholt, dann haben sie das Kind untermHeu hervorgezogen und sie sind damit schnell in den Wald gelaufen.

Ganz ähnlich beginnt auch eine griechische Legende, 54) die dann freilichgleich eine wunderbare Begebenheit bringt und in welcher die Flucht auf an-dere Weise fortgesetzt wird:

( 16) ERZÄHLUNG AUS DEM GRIECHISCHEN

Man erzählt sich, daß in jener Zeit, als der Herr Jesus Christus geboren wor-den war, der grausame König Herodes durch Sterndeuter erfahren hat, einmächtiger Herrscher sei zur Welt gekommen. Er ließ nachrechnen, wievielZeit seitdem vergangen sei und man antwortete ihm: ,, Zwei Jahre."Da befahl der König Herodes, man solle alle Kinder männlichen Geschlechtsunter zwei Jahren töten und er sandte seine Soldaten durch das ganze Land.Nun kamen die Soldaten nach Bethlehem, wo sie alle Kinder umgebracht ha-ben, die so aussahen, als wären sie nicht älter als zwei bis drei Jahre. Manhörte überall die Menschen schreien und Josef ist gelaufen, sich zu erkundi-gen, was das Geschrei bedeute. Und als er erfahren hat, daß die Soldaten Kin-der töten, ist er zurückgelaufen, um den Jesusknaben zu retten. Aber die Sol-daten waren ihm auf den Fersen. Voller Schrecken hat er von weitem Jesusmitten in einer Schafherde sitzen sehen.

Nun hat Josef nicht gewußt, was er machen soll. Er hat versucht, die Soldatenabzulenken, aber das ist nicht gegangen.

Und wie er voller Angst an der Seite der Soldaten zu der Schafherde hinge-kommen ist, war auf einmal Jesus verschwunden. Nur ein Lämmlein ist in derMitte der Herde neben einem Mutterschaf gestanden, ein Lämmlein, das vor-her nicht dagewesen war, ein einjähriges männliches Schaf.

Die Soldaten aber haben die ganze Umgebung genau abgesucht, hierhin unddorthin geschaut, aber sie haben kein Kind gefunden; und dann sind sie wie-der weitergegangen.

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